Feuerwehren verzeichnen arbeitsreiche Nacht

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01. Januar 2020, 07:53 Uhr

Kiel (ots) - Der Jahreswechsel bescherte den Feuerwehren in Schleswig-Holstein
auch dieses Mal wieder reichlich Arbeit. Nach der Auswertung der ersten
Leitstellenberichte, kam es bislang zu gut 300 Feuerwehreinsätzen im ganzen
Land. Bei der überwiegenden Anzahl der durch Silvesterfeuerwerk verursachten
Brände blieb es bei geringem Sachschaden. Dennoch gab es gleich mehrere
Großbrände und mehrere Personen zogen sich schwere Verletzungen durch Umgang mit
Knallkörpern zu - teilweise mit Fingeramputationen.

Die Leitstelle Nord in Harrisle meldete für die Kreise Nordfriesland,
Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg insgesamt 59 Brandeinsätze, davon 45
Klein-brände wie Mülleimer etc.. Dreimal brannte es in Flensburg mit dem
Stichwort "Men-schenleben in Gefahr". Herausragend war ein Großbrand in Husum.
Hier brannte eine Doppelhaushälfte komplett aus. Das Feuer erfasste auch ein
benachbartes Carport und beschädigte das Nachbarhaus. Die Feuerwehr ist hier
aktuell noch im Einsatz (Stand 6 Uhr). In der Nacht musste die FF St.
Peter-Ording zu einem schwe-ren Verkehrsunfall mit zwei eingeklemmten Personen
ausrücken. Für eine Person kam hier leider jede Hilfe zu spät.

Die Leitstelle Mitte verzeichnete für die Bereiche Kiel, Rendsburg-Eckernförde
und Plön 37 Feuerwehreinsätze und rund 140 Einsätze des Rettungsdienstes. In
Kiel wurden allein drei Personen beim Hantieren mit Feuerwerk schwer an den
Händen verletzt. In Rendsburg beschäftigte ein ausgedehnter Kellerbrand in der
Kolberger Strasse die Feuerwehr. Hier mussten 18 Bewohner vorsorglich evakuiert
werden und kamen in der Grundschule Mastbrook unter. In Preetz befreite die
Feuerwehr eine eingeklemmte Person nach einem Verkehrsunfall aus ihrem Fahrzeug.
In Plön kam für eine Person jede Hilfe zu spät, die von einem Zug erfasst wurde.
In der Landeshauptstadt bekämpfte die Feuerwehr mehrere Kleinbrände.
Herausragend war ein Feuer in einem Garagenkomplex, in dem ein PKW Feuer
gefangen hatte.

Die Leitstelle West meldete für die Kreise Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg
eine unruhige Nacht. Die FF´n Pinneberg und Rellingen bekämpften ein Großfeuer
in einer ehemaligen Gießerei in Pinneberg. Dabei wurde ein Feuerehrmann leicht
verletzt. In Hemmingstedt brannte ein Anbau am Gebäude der VR-Bank und griff
auch auf ein Lager über. Daneben gab es zehn Feueralarme "Standard" und 45
Kleinbrände, sowie diverse Alarmierungen zu ausgelösten Brandmeldeanlagen und
Rauchwarnmeldern. Den größten Einsatz absolvierten die Feuerwehren auf der BAB23
zwischen den Anschlussstellen Itzehoe Mitte und Nord. Auf Grund einer extremen
Nebelwand kam es hier gegen 1:30 Uhr zu einer Massenkarambolage mit mindestens
zehn beteiligten Fahrzeugen. Im Einsatz waren die FF´n Itzehoe und
Heiligenstedten. Die First Responder-Gruppen aus Hohenfelde und
Heiligensted-tenerkamp unterstützten den Rettungsdienst, der mit 9
Rettungswagen, 5 Notärzten und dem organisatorischen Leiter Rettungsdienst im
Einsatz war. Dass letztlich "nur" vier Personen mit leicht- bis mittelschweren
Verletzungen ins Krankenhaus mussten, bezeichnete ein Sprecher der Leitstelle
als "glimpflich". Auch auf der Gegenfahrbahn kam es im weiteren Verlauf zu
Zusammenstößen, wobei auch nochmal vier Personen verletzt wurden. Die Polizei
sperrte die BAB23 voll und setzte die THW-Ortsgruppen Elmshorn und Itzehoe ein,
um den Fahrzeugverkehr von der Autobahn abzulenken.

35 Feuerwehreinsätze zählte die Leitstelle Holstein für den Kreis Segeberg. In
Itz-stedt stand eine Garage im Vollbrand. In Seth setzte ein brennender
Mülleimer ei-nen Laubengang und folgend ein Dach in Brand. Die Feuerwehr hatte
die Lage aber schnell im Griff. In Kaltenkirchen kam es in einem Wohncontainer
zu einem Brand. Hier wurde ein Bewohner schwer verletzt. Der Rettungsdienst
musste 65mal ausrücken und berichtete von drei verletzten Personen, deren
Verletzungen auf unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk zurückgingen.

Die Leitstelle Süd für die Kreise Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Osthol-stein
nannte 54 Brandeinsätze, fünfmal technische Hilfeleistungen und 102 Einsätze für
den Rettungsdienst. Ein Großfeuer beschäftigte die Feuerwehren Bad Schwartau,
Groß Parin, Stockelsdorf und Mori. In Bad Schwartau entzündete sich zunächst ein
Müllcontainer. Das Feuer griff auf die Hausfassade über und erfasste letztlich
den gesamten Dachstuhl, der komplett durchzündete. 20 Bewohner wurden in einem
Bus der Stadtwerke untergebracht. Verletzt wurde niemand. Ein gemeldeter
Dachstuhlbrand beschäftigte auch die FF Neustadt. Hier blieb es bei relativ
geringem Schaden. In Müssen wurden Einsatzkräfte der Feuerwehr, die eine
brennende Hecke löschen sollten, von Personen mit Böllern beworfen. Die Polizei
wurde hier hinzugezogen.

In Lübeck zählte die Feuerwehr 49 Brandeinsätze - überwiegen an Containern und
Mülltonnen. Feuerwerkskörper entzündeten Planen an einem Gerüst. Aber auch hier
wurde das Feuer zügig bekämpft. Durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk wurde
eine Person schwer verletzt. In diesem Fall war eine Fingeramputation zu
beklagen. Zwei Kinder wurden ebenfalls durch Feuerwerkskörper leicht verletzt
und im Krankenhaus behandelt.

In Neumünster sprach die Feuerwehr von einer eher ruhigen Nacht. 12 Kleinbrän-de
und zwei Mittelbrände galt es hier zu bekämpfen. In allen Fällen brannten
Mülleimer, Container u.ä..

Landesbrandmeister Frank Homrich dankte den überwiegend ehrenamtlichen
Ein-satzkräften der Freiwilligen Feuerwehren, aber auch den Beamten der vier
Berufs-feuerwehren im Land für die Bewältigung der Einsätze in der
Silvesternacht. "Unser flächendeckendes Netz an Feuerwehren hat sich auch in
dieser besonderen Nacht wieder einmal bewährt. Ohne das Ehrenamt hätte unsere
Sicherheitsarchitektur gravierende Schwächen", so Homrich.

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Holger Bauer
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