A23: Gefahrguttransporter stürzt Autobahnböschung hinab und überschlägt sich - Feuerwehren über 17 Stunden im Einsatz - Abschlussbericht

shz.de von
13. Juli 2019, 10:33 Uhr

Dithmarschen (ots) -

Schafstedt - Am Freitag morgen (12.07.2019), kurz vor sechs Uhr
wurde die Schafstedter Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall auf der A23
in Höhe Schafstedt alarmiert. Ein mit 35.000 Litern Kraftstoff
beladener Tanklastwagen war von der Fahrbahn abgekommen und eine 15 m
hohe Böschung hinabgestürzt. Der Feuerwehreinsatz dauerte über 17
Stunden und stellte die 140 Einsatzkräfte vor eine große
Herausforderung. Die Autobahn A23 wurde für die Dauer des Einsatzes
in beide Richtungen voll gesperrt.

Nach dem die ersten Einsatzkräfte der Schafstedter Feuerwehr an
dem Unfallort, direkt hinter der Autobahnbrücke über den
Nord-Ostsee-Kanal eintrafen, bot sich den ehrenamtlichen Helfern ein
dramatisches Bild. Ein mit 35.000 Litern Kraftstoffen voll beladener
Tanklastwagen durchbrach die Leitplanke und stürzte die 15 m hohe
Böschung der Fahrbahn hinunter. Der LKW überschlug sich dabei und
blieb auf der Fahrerseite liegen. Die Ladung des Tanklastwagens
beinhaltete neben Diesel auch weitere brennbare und hochentzündliche
Stoffe wie Superbenzin und E10. Zunächst galt es für die Feuerwehr
den Fahrzeugführer aus einer Zwangslage zu befreien. Bei dem
Überschlag wurde das Führerhaus des LKWs so stark deformiert, dass
sich der Fahrer nicht selbst befreien konnte. Da der Fahrer
ansprechbar war und nach Absprache mit dem Notarzt keine
lebensgefährlichen Verletzungen vorlagen, wurde eine sogenannte
patientenschonende Rettung durch die Feuerwehr durchgeführt. Aufgrund
der schlechten Zugänglichkeit für die Rettungskräfte konnte die
Rettung erst nach drei Stunden abgeschlossen und der Fahrzeugführer
dem Rettungsdienst übergeben werden. Nach ersten Rückmeldungen an die
Einsatzleitung ist der Fahrzeugführer mit leichten Verletzungen davon
gekommen. Die Bergung des Tanklastwagens stellte die Einsatzkräfte
vor eine weitere Herausforderung. Durch das Gewicht der Ladung konnte
dieser nicht einfach aufgerichtet und angehoben werden. Daher wurde
unter Absprache mit dem Umweltamt, Fachberatern des Löschzuges
Gefahrgut Kreis Dithmarschen und Steinburg sowie des Industrieparks
Covestro aus Brunsbüttel und der Raffinerie Heide zunächst versucht,
die Betriebsstoffe abzupumpen. Dies gelang nicht, da es aufgrund der
Lage des LKWs keinen geeigneten Zugang gab. Bei den ersten
Pumpversuchen trat hierdurch eine geringe Menge des geladenen Mediums
aus, weshalb der Pumpvorgang abgebrochen werden musste. Im weiteren
Verlauf des Einsatzes wurde mit zwei Schwerlastkränen zunächst die
Zugmaschine geborgen und anschließend der Tankauflieger versucht
aufzurichten, um über die Domdeckel als Zugang das Medium abzupumpen.
Bei dem Versuch den Tankauflieger aufzurichten gelang es dem
Bergungsunternehmen letztendlich auch den voll gefüllten
Tankauflieger zu bergen und auf die Fahrbahn zu heben. Ein sicheres
Abpumpen der Flüssigkeiten konnte somit vorgenommen werden. Während
des gesamten Bergungsvorganges wurde durch die Feuerwehr der
Brandschutz sichergestellt. Um die eingesetzten
Atemschutzgeräteträger bei dem 17-stündigen Einsatz regelmäßig
austauschen zu können, wurde die Feuerwehrbereitschaft des Kreises
Dithmarschen gegen 15:00 Uhr dem Einsatz zugeführt. Für die Umwelt
und die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit eine Gefährdung. Die
letzten Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten um 23:00 Uhr von der
Einsatzstelle ab und übergaben diese der Polizei. Für die Dauer des
Feuerwehreinsatzes blieb die Autobahn in beide Richtungen voll
gesperrt. Die Fahrtrichtung Heide wurde nach der Bergung gegen 23:00
Uhr wieder Frei gegeben




Rückfragen bitte an:

Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen
Pressewart
Ole Kröger
Mobil: 01520-8538343
E-Mail: pressesprecher@kfv-hei.de
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