Rettungseinheiten der DGzRS : Faszination Seenotretter: „Klagen nicht über Personalmangel“

Von 54 Stationen rücken die Seenotretter in Nord- und Ostsee mit ihren Booten aus.

Von 54 Stationen rücken die Seenotretter in Nord- und Ostsee mit ihren Booten aus.

Sie fahren bei jedem Wetter raus, helfen Schiffsbesatzungen oder retten Segler aus gefährlichen Situationen. Und das in ihrer Freizeit.

shz.de von
26. August 2018, 09:43 Uhr

Bremen/Niesgrau | Ehrenamtlicher Seenotretter zu sein ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) nach wie vor für viele Menschen eine faszinierende Aufgabe. „Die DGzRS braucht glücklicherweise über Personalmangel nicht zu klagen“, sagte der Sprecher der Gesellschaft, Christian Stipeldey, in Flensburg. „Wir können uns an keinen Einsatz erinnern, zu dem eine Rettungseinheit nicht hätte auslaufen können, weil es an Besatzungsmitgliedern gefehlt hätte.“

Im vergangenen Jahr haben die Seenotretter der DGzRS-Stationen in Schleswig-Holstein insgesamt 941 Einsätze gefahren und dabei allein 29 Menschen in Lebensgefahr aus Seenot gerettet. Zudem befreiten sie weitere 214 Menschen aus kritischen Gefahrensituationen auf See. Bundesweit rückten die Einsatzkräfte mehr als 2000 Mal aus und retteten 58 Menschen ihr Leben.

In Schleswig-Holstein sind knapp 400 der rund 1000 freiwilligen und 85 der rund 180 fest angestellten DGzRS-Seenotretter im Einsatz. Die Freiwilligen arbeiten in den 15 reinen Freiwilligen-Stationen und ergänzend zur Stammbesatzung der neun Seenotrettungskreuzer mit Tochterboot. Die freiwilligen Seenotretter werden ähnlich wie freiwillige Feuerwehrleute alarmiert, sagte Stipeldey. „Erste Voraussetzung ist deshalb, dass sie in der Nähe der Stationen leben und arbeiten“. Maritime Kenntnisse und Bezüge, etwa ein vorhandener Sportbootführerschein, seien von Vorteil, aber keine unbedingte Voraussetzung.

Weiterlesen: Die Seenotretter von Helgoland

Doch auch wenn kein akuter Mangel herrscht, ist die Nachwuchsgewinnung für die DGzRS eine wichtige Aufgabe. Der Bedarf sei dabei von Station zu Station sehr unterschiedlich, sagte Stipeldy. Er hänge unter anderem von der Größe der Rettungseinheit ab und differiere auch je nach Lage der Station. „Auf Stationen wie Schilksee oder Laboe mit dem großen Einzugsbereich der Landeshauptstadt Kiel ist die Nachwuchsgewinnung einfacher als in dünner besiedelten Gegenden wie der südlichen Halbinsel Sylts mit der Station Hörnum oder der östlichen Flensburger Förde mit der Station Gelting.“

Am Samstag sollte in Niesgrau das neue Seenotrettungsboot für die Freiwilligen-Station Gelting getauft werden. Die dortige Besatzung besteht aus 24 freiwilligen Seenotrettern. Sie sind nach Angaben der DGzRS im Wesentlichen für Nebenerwerbsfischer, Angler und Wassersportler im Einsatz.

Gerade Gelting sei aber auch ein tolles Beispiel für gelungene Nachwuchsgewinnung, sagte der Sprecher. So haben die freiwilligen Seenotretter dort vor wenigen Wochen einen Aktionstag veranstaltet, um neue Besatzungsmitglieder zu gewinnen. Das Ergebnis: „Sieben Trainees sind zur Crew hinzugestoßen und absolvieren jetzt zunächst eine mehrmonatige Probezeit.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen