Nachfolge von Henrik Becker-Christensen : Dänemark: 28 Bewerbungen für Generalkonsul-Stelle in Flensburg

<p>Schöne Residenz: Duborg-Abiturienten feiern im Garten der Generalkonsulates im Nordergraben.</p>

Schöne Residenz: Duborg-Abiturienten feiern im Garten der Generalkonsulates im Nordergraben.

Die dänische Regierung sucht per Annonce einen neuen Generalkonsul. Nun hat sie die Qual der Wahl.

shz.de von
07. Juni 2017, 12:29 Uhr

Kopenhagen/Flensburg | Das dänische Außenministerium hat laut „TV Syd“ 28 Bewerbungen für den Posten als Dänemarks Generalkonsul in Flensburg erhalten. Die Bewerbungsfrist endete am 5. Juni. In einer Stellenanzeige hatte das Ministerium nach einem Nachfolger für den geschassten Henrik Becker-Christensen gesucht. Der soll im September abtreten und Platz für einen Nachfolger machen.

Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hat nur noch vier Monate Zeit, die Stelle zu besetzen: Er steht bei sich selbst im Wort, zum 1. September eine Neubesetzung für den Stuhl des dänischen Generalkonsuls zu präsentieren.

Das Wirrwarr um die komplizierte Neubesetzung ist eine Folge von Machtspielen. Als die neue Regierung aus Venstre, Konservativen und Liberaler Allianz gebildet wurde, war im Kabinett kein Platz mehr für Dänemarks Rekordminister Bertel Haarder (Venstre). Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) bot ihm infolgedessen den Posten in Flensburg an – und Haarder akzeptierte. Doch als er erfuhr, dass der bisherige Generalkonsul Henrik Becker-Christensen für ihn seinen Posten nach 19 Jahren räumen sollte, machte Haarder einen Rückzieher. Er habe alle Voraussetzung für die Arbeit mit den Minderheiten und brenne darauf, so Haarder damals. „Aber der Posten ist besetzt und ich will mich nicht aufdrängen.“

Im Generalkonsulat am Flensburger Nordergraben darf der Amtsinhaber nicht weitermachen – obwohl bisher ein Nachfolger fehlt.
Marcus Dewanger
Im Generalkonsulat am Flensburger Nordergraben darf der Amtsinhaber nicht weitermachen – obwohl bisher ein Nachfolger fehlt.

Der allseits geschätzte Christensen muss nun dennoch gehen – auch wenn er gerne weitergemacht hätte. Die dänische Minderheit in Südschleswig protestierte gegen die Entscheidung, den Generalkonsul als Teil einer politischen Postenvergabe verabschieden zu müssen – ohne Erfolg. Er wolle ein „politisches Profil“ auf dem Posten haben, sagte Løkke – und 28 Bewerber erkannten sich offenbar in dieser Beschreibung wieder.

Den künftigen Generalkonsul erwartet ein Fünfjahres-Vertrag mit möglicher Verlängerung, eine Dienstwohnung in Flensburg und eine Besoldung für Quereinsteiger mindestens in Lohngruppe 1 für Chefs im öffentlichen Dienst – das entspricht mindestens 45.268 Kronen (mehr als 6000 Euro) im Monat plus zahlreichen Zusatzleistungen. Bereits abgesagt hat Ex-Ministerin Eva Kjer Hansen (Venstre) aus Apenrade, die als mögliche Kandidatin gehandelt wurde.

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