Einige Straßen noch nicht geräumt : Zahlreiche Unfälle, aber keine Verletzten bei Schnee-Chaos

<p>Ein THW-Fahrzeug mit Ketten schleppt einen Flensburger Stadtbus ab.</p>

Ein THW-Fahrzeug mit Ketten schleppt einen Flensburger Stadtbus ab.

Der Norden von SH versinkt im Schnee, viele Autos steckten fest, aber die Unfälle verliefen bisher milde.

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01. März 2018, 15:45 Uhr

Flensburg | Besonders im Großraum Flensburg sowie rund um Niebüll machten Schneeverwehungen von zum Teil mehr als einem Meter etliche Straßen unpassierbar. Zahlreiche Schul- und Linienbusse fuhren nicht. Auch die Autozüge zwischen Niebüll und Sylt pendelten wegen des Wetters nicht fahrplangemäß. Mehr dazu in unserem Live-Blog.

Räumfahrzeuge waren auf den Autobahnen und Landstraßen in der Region schon in der Nacht im Dauereinsatz. Zahlreiche Autos rutschten in Gräben oder blieben in Schneewehen stecken. Die Polizeidirektion Flensburg zählte zwischen Mittwoch 16 Uhr und Donnerstag 10 Uhr rund 80 Einsätze, sagte Sprecherin Sandra Otte: „Meist ging es um festgefahrene Pkw und Lkw.“ Oft halfen Landwirte mit ihren Traktoren den Feuerwehren, die Fahrzeuge herauszuziehen. Verletzt wurde niemand.

Auf der A7 kam ein Lastwagen in der Ausfahrt Flensburg ins Rutschen und stellte sich quer. In Flensburg schlitterte am Mittwochabend ein Linienbus gegen zwei Autos. Verletzt wurde niemand. Im Kreis Schleswig-Flensburg waren die Landesstraßen zwischen Husby und Ausacker beziehungsweise zwischen Medelby und Wallsbüll auch am Nachmittag noch wegen Schneeverwehungen gesperrt.

Nebenstraßen waren auch in den Städten teils unpassierbar. So gelang es in Flensburg einigen Polizisten wegen des Wetters nicht, den Dienst anzutreten. Andere seien von Fahrzeugen des THW eingesammelt und zum Dienst chauffiert worden, sagte eine Polizeisprecherin. Auch Flensburgs Kindertagesstätten boten wegen des Wetters nur einen eingeschränkten Betrieb. Auf dem Dach eines Einkaufszentrums in der Fördestadt türmten sich rund 70 Zentimeter Schnee. Das entspricht einem Gewicht von rund 100 Kilogramm pro Quadratmeter.

Die Rettungswagen in Nordfriesland fuhren bei Einsätzen nördlich der Kreisstadt Husum wegen der katastrophalen Straßenbedingungen nur in Begleitung der Feuerwehr beziehungsweise des THW als „Blaulicht-Paar“ zu ihren Einsätzen: „Um bei Bedarf schnell helfen zu können“, sagte Kreissprecher Hans-Martin Slopianka. Der eisige Frühlingsbeginn ließ die Meere an Schleswig-Holsteins Küsten teilweise gefrieren.

An der Nordseeküste ist das Wasser nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zwar noch offen. In einigen Häfen gebe es aber auch schon dünnes Eis. An der Ostsee hat sich den Angaben zufolge in den Häfen von Schleswig, Kiel und Heiligenhafen dünnes Eis gebildet. Wegen der zum Teil starken Winde aus nördlichen bis östlichen Richtungen warnte das BSH dort vor einer möglichen Eisdrift.

Die Behinderungen der Binnenschifffahrt im Norden dauern an. Wegen Eisganges ist der Elbe-Lübeck-Kanal zwischen Lauenburg und Lübeck nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung bereits seit Mittwoch auf fast ganzer Länge gesperrt. Auf der Elbe ist die Schifffahrt zwischen den Häfen Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern und Bleckede in Niedersachsen behindert, am Hafen Lauenburg und an der Schleuse Geesthacht sind Eisbrecher im Einsatz.

Wegen des Eisgangs warnte das BSH, dass auf der Schlei zwischen Kappeln und Schleswig das Befahren mit Schiffen ohne Eisverstärkung beziehungsweise Stahlschiffen mit niedriger Maschinenleistung schwierig sei. Holzschiffe sollten sogar dann in den Häfen bleiben, wenn sie einen Eisschutz haben, hieß es. Die Behörden warnten in dem Zusammenhang erneut vor dem Betreten gefrorener Gewässer. Das Eis sei noch zu dünn und nicht tragfähig.

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