Hevi's in Schwarzenbek : Nach Explosion mit Großbrand: Polizei schaltet Hinweisportal frei

Die Polizei bittet Zeugen, mögliche Fotos und Videos aus der Brandnacht des „Hevi’s“ am 10. August in Schwarzenbek über ein Hinweisportal für Ermittlungen zur Verfügung zu stellen.

Die Polizei bittet Zeugen, mögliche Fotos und Videos aus der Brandnacht des „Hevi’s“ am 10. August in Schwarzenbek über ein Hinweisportal für Ermittlungen zur Verfügung zu stellen.

Nach Brand des Kiosks Hevi`s in Schwarzenbek wird weiter nach Hinweisen gesucht. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

shz.de von
24. August 2018, 14:58 Uhr

Schwarzenbek | Auf der Suche nach Hinweisen zur Explosion mit anschließendem Großbrand im „Hevi’s“ in der Innenstadt von Schwarzenbek vor gut einer Woche geht die Kriminalpolizei jetzt neue Wege: Über ein Onlineportal können erstmals im Zusammenhang mit einer Straftat im Kreis Herzogtum Lauenburg Fotos und Videos von der Einsatznacht hochgeladen werden, die die Fahnder auf der Suche nach Hinweise auswerten werden.

Sie gehen als Ursache für die Explosion mittlerweile von Brandstiftung aus. Unklar sind bisher – zumindest offiziell – die Hintergründe.

Die Polizei steht in Schwarzenbek unter einem erheblichen Erfolgsdruck. Seit eineinhalb Jahren kommt es immer wieder zu Brandstiftungen, vier allesamt zum Brandausbruch bewohnte Gebäude entlang der Hamburger Straße und mehr als 20 Fahrzeuge wurden in der Zeit durch Flammen bereits zerstört. Für eine Brandstiftung konnte bisher lediglich ein Obdachloser anhand von eindeutigen Spuren identifiziert werden.

Am Mittwoch hatte die Polizei überraschend bekannt gegeben, dass sie einen 21-Jährigen für eine nicht näher definierte Zahl von Bränden an Autos für verantwortlich hält. Gerüchte, die in der Stadt kursieren, es handele sich um einen Mann, dem selbst ein Mercedes und ein BMW abgebrannt waren, wollten Polizei und Staatsanwaltschaft weder bestätigen noch dementieren. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, hieß es.

Der Verdächtige wurde den Angaben zufolge bisher nur an seiner Wohnanschrift vernommen, was auf eine dünne Beweislage schließen lässt. Mit dem am Mittwoch erfolgten Hinweis, die Pkw-Brände und die Explosion würden nicht zusammenhängen, wolle man einer Beunruhigung der Bevölkerung entgegenwirken, so Polizeisprecher Holger Meier. Eine Beruhigungspille quasi, weil man bisher nicht mehr liefern kann.

Doch selbst wenn der 21-Jährige nun ins Visier der Fahnder geraten ist – sie hatten stets betont, die Reihe von Bränden müsse nicht unbedingt zusammenhängen. Von nur einem Feuerteufel wollten sie nie sprechen. Vor den Ermittlern dürfte also noch jede Menge Arbeit liegen, um die Menschen in Schwarzenbek tatsächlich wieder in Sicherheit wiegen zu können.

Über die jetzt freigeschaltete Internetadresse https://sh.hinweisportal.de können derweil Fotos und Videos aus der „Hevi’s“-Tatnacht – der Notruf war am 10. August um 22 Uhr eingegangen – durch Zeugen hochgeladen werden. Das kann auf Wunsch völlig anonym geschehen. „Angaben zur Identität des Hinweisgebers sind freiwillig“, erklärt Christian Braunwarth, Pressesprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft. 

Unter dem Ereignisnamen „Explosion im Hevi`s Schwarzenbek“ können allerdings nur Fotos und Videos hochgeladen werden, wer weitere Angaben machen kann, sollte sich telefonisch unter der Nummer (0 41 52) 8 00 30 bei der Kripo in Geesthacht melden.

Unter deren Regie arbeitet auch die im Polizeirevier an der Compestraße ansässige Ermittlungsgruppe zu der Reihe von Bränden in der Stadt. Die wollte ihre Arbeit eigentlich zeitnah einstellen, doch dann kam der neuerliche Brand an der Hamburger Straße dazwischen. Nur setzt die Gruppe ihre Arbeit fort.

Nachdem Sachverständige des Landeskriminalamtes das „Hevi’s“ am Mittwoch untersucht hatten, verdichteten sich die Hinweise auf Brandstiftung in dem Objekt. Fünf Menschen aus dem ersten Obergeschoss konnten nach der Explosion im Erdgeschoss gerade noch aus dem Gebäude flüchten. Als die ersten Einsatzkräfte vor Ort waren, schlugen im Erdgeschoss aus allen Öffnungen Flammen.

Zahlreiche Schaulustige verfolgten den Großeinsatz. Und die Polizei hofft nun, auf deren Aufnahmen vielleicht Verdächtige erkennen zu können. Ein Ansatz bei den Ermittlungen dürfte auch ein handfester Streit zwischen dem aktuellen und dem früheren Pächter des „Hevi‘s“ sein, von dem Zeugen berichtet hatten.

Und: Die Immobilie gehört denselben Eigentümern wie die im Frühjahr abgebrannte Autowerkstatt keine 200 Meter entfernt.

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