zur Navigation springen

Neue Schutz-Ausrüstung : Leichter erkennbar: Polizisten in SH bekommen weiße Mützen

vom

Auch ein Stichschutz für die schusssichere Weste gehört zu den Änderungen, die am Dienstag in Kiel vorgestellt wurden.

Kiel | Streifenpolizisten in Schleswig-Holstein werden künftig mit weißen Mützen unterwegs sein. Die Beamten seien damit leichter als Polizisten erkennbar, nannte das Landespolizeiamt als Grund. Die neuen Mützen wurden am Dienstag in Kiel vorgestellt. „Die Bürger sollen die Polizei sehen“, sagte Landespolizeidirektor Ralf Höhs. Bisher tragen sie blaue Mützen, die für besondere Anlässe erhalten bleiben sollen. Vor zehn Jahren waren die Uniformen im Norden nach US-Vorbild auf dunkelblau geändert worden.

Allein 1,5 Millionen Euro stellte das Land für einen zusätzlichen Stichschutz beispielsweise gegen Messerattacken oder Angriffe mit zerbrochenen Flaschen zur Verfügung, den die Beamten in ihre Schusswesten schieben können. Bislang hat die Schutzweste die Beamte nur gegen ballistische Geschosse geschützt, beispielsweise aus einer 9-Millimeter-Pistole. Neu ist auch eine Außentragehülle, die Platz für Handschellen, Notizblock, Schlagstock oder Pfefferspray bietet. Für 660.000 Euro kaufte die Polizei davon 5500 Stück.

Knapp 3,5 Kilogramm wiegt die Schutzausstattung der Beamten nun. Sie geraten immer wieder selbst ins Visier. „2015 wurden mehr als 300 Beamte im Einsatz verletzt“, sagte Studt. In bis zu 1300 Fällen werden Polizisten zwischen Nord- und Ostsee im Jahr mit Gewalt konfrontiert. Etwa 2500 Beamte haben damit zu tun.

Deshalb gehört nun auch ein Schutzschild zur Standard-Ausrüstung der Streifenwagen. „Sie minimieren den Schusswaffengebrauch“, sagte Höhs und meint damit Kriminelle mit Waffe in der Hand. Dies hätten bereits Einsätze gezeigt. „Das äußere Erscheinungsbild der Beamten hat Einfluss auf die Gewaltbereitschaft.“ Im Wagen liegt mittlerweile auch eine Spuckhaube, die Tatverdächtigen nach ihrer Festnahme aufgesetzt wird. Deren Träger können sehen und atmen. „Sie ist auch der Menschenwürde entsprechend“, sagte Höhs.

„Sie verhindert nur, dass auf die Beamten gespuckt werden kann.“ Grundlage für die Beschaffung der neuen Polizeiausrüstung waren die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe, die nach Möglichkeiten für einen besseren Schutz suchte. In diesem Zuge seien in den vergangenen Jahren bereits „mehrere Millionen Euro“ investiert worden, sagte Höhs.„Gewalt gegen Polizeibeamte ist ein relevantes Thema“, sagte Innenminister Studt. Deshalb müsse die Polizei die Ausrüstung ihrer Einsatzkräfte regelmäßig überprüfen.

Mit Einführung des Digitalfunks sind neue Funkgeräte ausgeliefert worden, die an den unterschiedlichen Halterungen wie Gürtel oder Außentragehülle per Verschlüsse sicher getragen, aber auch schnell abgenommen werden müssen. Hierfür ist eineinheitliches kompatibles System angeschafft worden. Es wird genutzt,wenn die Außentragehülle nicht getragen wird.

zur Startseite

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 14:18 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen