Hamburg-Hammerbrook : Heldentat mit Schießkugelschreiber vorgetäuscht

Ende Juli schoss sich ein Mann in Hamburg durch den Bauch. Er wollte damit mutmaßlich seine Ex-Frau beeindrucken.

shz.de von
17. August 2018, 13:55 Uhr

Hamburg | Der 32-jährige Mann, der angegeben hatte, in Hamburg-Hammerbrook Ende Juli zwei flüchtende mutmaßliche Autodiebe verfolgt und dabei einen Bauchdurchschuss erlitten zu haben, steht im Verdacht, die Tat vorgetäuscht zu haben. Das berichtete die Polizei am Freitag.

Die Mordkommission hatte im Zusammenhang mit dem bei dem Mann festgestellten Bauchdurchschuss die Ermittlungen aufgenommen. Hierbei ergaben sich allerdings erhebliche Zweifel an den Angaben des angeblichen Opfers.

Da aufgrund der Beweislage vielmehr der Verdacht bestand, dass der 32-Jährige die Tat vorgetäuscht haben könnte, wurden weitere Ermittlungen vom Landeskriminalamt gegen ihn geführt.

Gestern durchsuchte die Polizei schließlich die Wohnanschrift des Tatverdächtigen, an der dieser auch eine Autowerkstatt betreibt.

Während der Durchsuchung zeigte der 32-Jährige den Beamten das Versteck eines sogenannten Schießkugelschreibers, der als Beweismittel sichergestellt wurde. In einem Zimmer, das der Tatverdächtige offenbar untervermietet hatte, fanden die Beamten zwei weitere Schießkugelschreiber nebst Munition. Schießkugelschreiber sehen wie normale Schreibgeräte aus, sind aber verbotene Waffen.

Nach den ersten Erkenntnissen hat sich der Mann die Verletzung damit selbst beigebracht und die Tat vorgetäuscht. Er wollte offenbar seine von ihm getrennt lebende Frau beeindrucken und mit der Heldentat zurückgewinnen.

In der Werkstatt des Tatverdächtigen trafen die Polizisten auf zwei 21 und 39 Jahre alte Ägypter, bei denen der Verdacht besteht, dass sie sich illegal in Deutschland aufhalten. Diese führten gerade Lackierarbeiten durch.

Die Polizisten nahmen die Männer zunächst vorläufig fest. Nach erkennungsdienstlicher Behandlung wurden die beiden an eine Erstaufnahmeeinrichtung überstellt.

Der Tatverdächtige verblieb auf freiem Fuß. Er muss sich nun wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat und des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten.

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