Betrüger am Telefon : Die Polizei warnt: Microsoft-Anrufer mit neuer Masche

In einer Fehlermeldung auf dem PC werden die Opfer aufgefordert eine Nummer anzurufen – und ihre Daten preiszugeben.

shz.de von
19. Juli 2018, 17:17 Uhr

Aktuell muss sich das Kommissariat „Cybercrime“ Flensburg wieder mit Betrugstaten der Masche „Microsoft-Anrufer“ befassen. Betrüger täuschen dabei Schadsoftware und Viren auf dem PC vor, berichtet die Polizei am Donnerstag. Aktuell registrierte die Polizei Betrugsanrufe in Flensburg, im Kreis Schleswig-Flensburg und in Nordfriesland.

Neue Masche: Fehlermeldung auf dem Computer

Die Anrufer geben sich in der Regel als Mitarbeiter der Firma Microsoft aus. Häufig sprechen sie nur gebrochen deutsch. Neu ist, dass derzeit viele Anzeigende berichten, dass auf ihrem PC eine Meldung erschienen ist, in der ein Problem mit der Software geschildert wird. In dem Pop-Up-Fenster wird der Nutzer aufgefordert, eine Telefonnummer anzurufen. Das können durchaus Nummern mit deutschen Ortsvorwahlen sein, die dann aber ins Ausland und somit in eine weitere Kostenfalle führen können.

Im Gespräch mit den vermeintlichen Mitarbeitern werden die Angerufenen aufgefordert, sich an ihren Computer zu begeben und einige Tastenkombinationen einzugeben, sowie eine Fernsteuerungssoftware herunterzuladen. Wenn dies nicht funktioniert, werden die Kreditkartennummern erfragt – und viele Opfer geben diese bereitwillig für die angebliche Dienstleistung heraus.

Was steckt dahinter?

Im Hintergrund spielt sich dann laut Polizei meist folgende Masche ab: Die Täter übernehmen die volle Kontrolle über den Computer der Angerufenen. Sie fordern die Opfer auf, ihre Bank-Software zwecks Überweisung der Rechnung für die Dienste zu starten und manipulieren die Überweisungen unbemerkt.

Außerdem wurde beobachtet, dass im Hintergrund andere Programme geöffnet wurden, um an weitere Zugangsdaten für andere Accounts zu gelangen. Teilweise werden Dateien unbrauchbar gemacht. Die Opfer haben dann keine Chance mehr, außer das Telefonat zu beenden und den PC vom Netz zu nehmen – Lan- beziehungsweise Wlan-Verbindung trennen oder den Stecker ziehen.

In den aktuellen Fällen, die in der Stadt Flensburg und den Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland registriert wurden, liegen die Schäden zumeist im Bereich von 100 bis 200 EUR. Es wurden aber auch schon Opfer um mehr als 1000 Euro betrogen.

Mehr Hinweise gibt die Polizei unter: www.polizei-praevention.de

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