Lürssen-Werft : Brand im Schwimmdock: Spezialkräfte der Feuerwehr Brunsbüttel im Einsatz

Das Feuer im Inneren des Schiffes stellt die Einsatzkräfte vor eine große Herausforderung.

Das Feuer im Inneren des Schiffes stellt die Einsatzkräfte vor eine große Herausforderung.

Das Feuer auf dem Schwimmdock ist inzwischen gelöscht, in einer teuren Jacht aber brennt es weiter.

shz.de von
15. September 2018, 14:50 Uhr

Bremen | Mehr als einen Tag nach dem Ausbruch eines Großbrandes in einer Bremer Werft sind am Samstag noch immer rund 200 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen. „Das Feuer kommt immer weiter unter Kontrolle, aber es ist noch nicht komplett unter Kontrolle“, sagte Feuerwehrsprecher Andreas Desczka am Vormittag.

Auch die Feuerwehr Brunsbüttel ist am Freitag nach einer dreistündigen Einsatzfahrt mit ihrem Spezialgerät, dem „Cobra-Löschsystem“, eingetroffen. Auch Einsatzkräfte aus Hamburg sind am Samstag zur Werft aufgebrochen.

Die Feuerwehr startet in Dithmarschen, um den Kameraden in Bremen zu helfen.
Karsten Schröder

Die Feuerwehr startet in Dithmarschen, um den Kameraden in Bremen zu helfen.

Denn während die Flammen auf einem Schwimmdock der Lürssen-Werft am Freitag gelöscht werden konnten, stellte das Feuer in einer teuren Jacht die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. Neben vielen brennbaren Materialien seien die kleinen, bei einem Brand schwer erreichbaren Räume ein Problem. Außerdem sei das Schiff aus Metall – das habe eine hohe Wärmeleitfähigkeit. Rauch und Hitze erschwerten die Arbeit.

Hier kommt  „Cobra“ zum Einsatz. Mit dem Löschsystem können Löcher in die Stahlwand der brennenden Yacht geschnitten werden. Das geschieht mithilfe eines Wasserstrahls unter Hochdruck mit 250bar. Durch die Öffnungen kann dann das innere des Schiffes gelöscht werden.

Desczka: „Vielleicht ist es sogar einer der größten Einsätze der vergangenen Jahrzehnte“

Der Brand war am frühen Freitagmorgen gegen 2 Uhr in einem Schwimmdock und an einer darin liegenden Jacht ausgebrochen. Bei dem Neubau handelt es sich nach Informationen des „Weser-Kuriers“ um eine 146 Meter lange Millionen-Jacht namens „Sassi“, die 2020 fertig gestellt werden sollte. Die Werft machte dazu keine Angaben.

Bis Samstag hatten rund 750 Einsatzkräfte aus verschiedenen Städten und Landkreisen in wechselnden Schichten versucht, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, wie der Sprecher berichtete. Neben Feuerwehrleuten waren auch Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks am Ort. „So ein Feuer in dieser Ausdehnung ist für die Feuerwehr in Bremen ein ganz besonderer Einsatz“, sagte Desczka. „Es ist definitiv der größte dieses Jahres. Vielleicht ist es sogar einer der größten Einsätze der vergangenen Jahrzehnte.“

Schiffsbrände sind dem Sprecher zufolge grundsätzlich schwieriger zu löschen als Hausbrände. „Ein Gebäude ist übersichtlich, so ein Schiff hat begrenzte Zugänge. Es ist ein immenser logistischer Aufwand.“

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