Psychologisches Gutachten : 69-Jähriger rammte Autos in Dänischenhagen: Psychologe statt Haftbefehl

Die Richter erkannten keinen Tötungsvorsatz. Dagegen sprach auch der hohe Alkoholgehalt im Blut des Randale-Fahrers.

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08. August 2018, 11:19 Uhr

Dänischenhagen/Kiel | Die Staatsanwaltschaft hat ein Gutachten zum psychischen Zustand des Mannes in Auftrag gegeben, der mit seinem Wagen in Dänischenhagen drei Autos gerammt hatte. Das bestätigte die Leitende Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Mittwoch. Zunächst hatten die „Kieler Nachrichten“ berichtet.

Bei der Fahrt des 69-Jährigen auf der Bundesstraße 503 hatten drei Insassen von zwei gerammten Kleinwagen schwere Verletzungen erlitten. Der Mann selbst kam auch schwer verletzt ins Krankenhaus.

Den von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl gegen den 69-Jährigen lehnten laut der Zeitung zunächst das Amtsgericht und dann in zweiter Instanz das Landgericht ab. Die Richter erkannten demnach keinen Tötungsvorsatz. Aus ihrer Sicht sei das Auffahren auf Autos von hinten kein geeignetes Mittel für einen erweiterten Suizid. Der 69-Jährige habe zwei Stunden nach der Fahrt noch zwei Promille Alkohol im Blut gehabt, hieß es weiter. Er habe sich offenbar in einem Ausnahmezustand befunden.

Die Staatsanwaltschaft geht dagegen weiter vom Versuch eines erweiterten Suizids aus. Dem 69-Jährigen wurde der Führerschein entzogen. Er ist auf freiem Fuß, weil die Richter keine Haftgründe sehen.

Nach Angaben der Polizei war der Mann am 30. Juni 2018 zunächst auf der Auffahrt zur B503 in Dänischenhagen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) mit einem Kleintransporter mit Wohnmobil-Aufbau auf einen Kastenwagen aufgefahren, so dass dieser von der Fahrbahn abkam. Danach habe Mann auf der Weiterfahrt in Richtung Kiel einen Kleinwagen von der Bundesstraße gerammt und sei schließlich auf einen weiteren Kleinwagen aufgefahren, woraufhin er selbst von der Fahrbahn abkam.

Die drei Insassen der Kleinwagen erlitten schwere Verletzungen. Der 69-Jährige kam ebenfalls schwer verletzt ins Krankenhaus.

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