zur Navigation springen

Berühmter Imbiss in Sønderhav : Annies Kiosk wird ausgeschrieben – Betreiberwechsel schon im Frühsommer?

vom
Aus der Onlineredaktion

Eines steht jetzt fest: Der Hotdog hat in Sønderhav eine Zukunft. Ob der Strand-Imbiss aber in Familienhand bleibt, ist völlig offen.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 16:30 Uhr

Sønderhav | Der Technik- und Umweltausschuss der Kommune Apenrade hat über das Schicksal eines der wichtigsten Touristenmagneten an der Flensburger Förde entschieden. Bei der abschließenden Pressekonferenz wurde der Zukunft von Annies Kiosk von bürokratischer Seite grünes Licht erteilt. Man sei seht darauf bedacht, dass es bei einem Kiosk in der bisherigen Tradition bleibe, sagte der Vorsitzende des Technisches Ausschusses, Bent Sørensen, dem „Nordschleswiger“ am Mittwochnachmittag. Allerdings muss die Pacht neu ausgeschrieben werden. Und Annies Bøgilds Nichten und Neffen, die den Hot-Dog-Stand weiterführen wollen, werden dabei keine bevorzugte Behandlung erhalten.

Seit Monaten gehen Gerüchte umher, wonach die Kommune Apenrade als Grundeigentümer an einer erneuten Pacht nicht interessiert ist und den Laden am liebsten – auch aufgrund des manchmal chaotischen Verkehrsaufkommens am  Fjordvejen – auflösen würde. Es hat sich eigens eine Facebook-Fangruppe gebildet, die sich für ein Fortbestehen des Imbisses starkmacht.

„Wir können dem Betreiber keinen Vorteil geben“, sagt Sørensen, betont aber, dass ein möglicher Nachfolger in seinem Geschäftskonzept bestimmte Kriterien erfüllen müsse. Insgesamt habe man ein Interesse daran, dass sich in Sønderhav nicht so viel ändert. Es gebe eben Strände, an denen es nach Seetang rieche und andere, wo es nach Hotdogs dufte, sagt Sørensen, der betont, dass es einen politischen Konsens gibt, „Hotdoghav“ möglichst nah am Original zu halten.

So soll zum Beispiel verhindert werden, dass die Bude – einen Gourmettempel wird es nicht geben – in Zukunft nur noch am Wochenende oder zu lukrativen Uhrzeiten geöffnet hat, sondern eine feste Anlaufstelle für Reisende und Hungrige bleibt. Für die Einhaltung der Prämissen wäre die Kommune auch bereit, leichte finanzielle Einbußen bei der Pacht hinzunehmen. Mit der Ausschreibung soll es möglichst schnell gehen, so dass die Möglichkeit besteht, dass es bereits im Frühsommer einen Betreiberwechsel gibt.

Nach dem Tod der legendären Würstchenbräterin Annie Bøgild hatte es zwar den Willen der Mitarbeiter und der Verwandschaft gegeben, die Würstchen- und Eis-Geschäfte vor den Ochseninseln an der Flensburger Förde weiterzuführen. Doch der Mietvertrag für das exquisite Areal war mit dem Tod der Unternehmensgründerin nicht mehr gültig und die Zukunft der vielleicht bekanntesten Imbissbude Europas mehr als ungewiss.

Nach Annies Tod hatte Bøgilds Familie dem Willen der Verstorbenen entsprochen und den vor allem von Motorradfahrern viel frequentierten Hotdog-Stand weiter betrieben. Die Kinder von Bøgilds Schwester Bente Hartmeyer, die selbst im Kiosk arbeitet, wollen den Kult-Imbiss übernehmen.

Wegen der regionalen und internationalen Popularität nennen die Einheimischen den kleinen Ort Sønderhav auch „Hotdoghav“. Ein Verdienst von Annie und ihrem Kiosk, für den es sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag gibt. Bøgild hatte den Stand seit 1974 zunächst als Miteigentümerin und später eigenständig betrieben. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel war bei Annie zu Gast, die angeblich den „weltbesten Hotdog“ brutzelte. Dafür standen und stehen die Gäste auch gern mal 30 Minuten an. Die Lage mit Inselblick verzeiht es.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen