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Kreis Herzogtum-Lauenburg : Acht Kisten voll mit Waffen: Razzia bei Waffennarr in Dassendorf

vom

Erst kam das SEK, dann die Polizei: Fast überall, wo die Beamten nachschauten, fanden sie Waffen und Munition.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2016 | 17:24 Uhr

Dassendorf | Waffenfund in Dassendorf: Ein Waffennarr hat in seinem Haus und auf seinem Grundstück im Kreis Herzogtum Lauenburg acht Kisten voll mit Waffen, Waffenteilen und Munition gehortet. Am Dienstag durchsuchten 30 Polizisten Haus und Grundstück und stießen überall auf Verstecke. Jetzt geht es darum, die sichergestellten Gegenstände strafrechtlich zu bewerten. Das könne dauern, hieß es. Vor zehn Jahren hatte die Polizei bei dem Mann, der Mitglied im Schützenverein und Bundeswehr-Reservist ist, schon einmal Waffen beschlagnahmt. Der 49-Jährige hat zwar einen Waffenschein, soll aber über illegale Waffen verfügt haben.

Die Ordnungsbehörden von Amt Hohe Elbgeest und Kreis Herzogtum Lauenburg waren aufgrund der erforderlichen Gefahrenabwehr schon länger in dem Fall aktiv. Montag beantragten sie einen Durchsuchungsbeschluss, den das Schwarzenbeker Amtsgericht am Dienstag erließ. Dienstag Morgen um 6 Uhr schlug schließlich das Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei aus Kiel zu: Sie stiegen durch die aufgebrochene Türverkleidung ein, trafen den Bewohner aber nicht an.

Nach dem Einsatz des SEK rückten Polizisten aus Schwarzenbek an, unterstützt vom technischen Zug der Bereitschaftspolizei aus Eutin. Die Beamten ließen keinen Stein auf dem anderen. Überall, wo sie nachschauten, fanden sie Waffen, Teile von Waffen oder Munition. Selbst in Müllsäcken hinter Brennholzstapeln im Garten hatte waren Sachen versteckt.

Bis zum Nachmittag dauerte der Einsatz in der ruhigen Wohnstraße. „Wenn wir durchsuchen, dann ja auch richtig“, sagte Polizeisprecherin Sonja Kurz. Die Polizei war allerdings nur in Amtshilfe für Amt und Kreis aktiv. Mit einer Rohrkamera untersuchte ein Polizist den Inhalt eines Holzfasses. Mit einem Metalldetektor wurden die Betonplatten der Terrasse und des Gartenwegs abgescannt und bei Signalen aufgenommen.

Andere Polizisten drehten Blumenvasen im Haus auf den Kopf oder durchsuchten einen älteren Mercedes in der Garage auf dem Hof. Die Polizisten, die im Einsatz waren, hatten bei der Suche nach vermuteten illegalen Waffen einiges zu tun.

Nachbarn wunderten sich tagsüber über das mit zehn Fahrzeugen angerückte Aufgebot, von dem Einsatz des SEK im Morgengrauen hatten sie nichts bemerkt. Nur die aus der Tür gehebelte Füllung deutete darauf hin, dass sich hier jemand Zutritt verschafft hatte, der die Tür nicht normal öffnen konnte. Das SEK hebelte die Füllung kurzerhand heraus und stieg ins Haus ein. Der Einsatz des Kommandos war nötig, weil man nicht einschätzen konnte, wie der Verdächtige reagiert, wenn die Behörden vor der Tür stehen.

Es wurde Zeit, dass etwas unternommen wurde, wird in Dassendorf gemunkelt. Entsprechende Hinweise zu dem Waffenarsenal erreichten auch das Ordnungsamt des Amtes Hohe Elbgeest, das schließlich handelte. Ergebnis: Die Stunden dauernde Durchsuchungsaktion.

Doch obwohl die Polizei kistenweise Waffen und Munition sicherstellte, scheint die Gefahr nicht gebannt zu sein: Der Verdächtige gilt als unkooperativ, er gab weder die Verstecke seiner illegalen Waffen bekannt, noch verriet er den Behörden, wo seine Waffen, die er als Sportschütze mit Waffenschein besitzen darf, lagert. Und diese offiziellen und registrierten Waffen sind nach Informationen von shz.de auch nach der Durchsuchung weiter verschwunden. Der Fall wird die Behörden also weiterhin beschäftigen.

„Wir bekommen in letzter Zeit verstärkt Hinweise, wen wir uns mal ansehen müssten“, erklärte Karsten Steffen, der Sprecher der Kreisverwaltung. Die Menschen seien im Umgang mit Waffen sensibler geworden, dulden vieles nicht mehr, heißt es.

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