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Sommerferienbeginn in SH : Abflug vor Schulferien: Gar kein Grund zur Schulschwänzerei

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Aus der Onlineredaktion

Die Woche vor den Sommerferien lädt ein zur großen Drückebergerei? Nicht wirklich, sagt ein Schulleiter aus Flensburg.

Flensburg | Es ist die Woche vor den Sommerferien: Die Zeugnisse sind bereits geschrieben und der Stoff ist durchgenommen. So ist nach dem anstrengenden Schuljahr dann Zeit, die Luft der Verbissenheit herauszulassen aus dem Klassenberieb. Gespräche, Vorlesegeschichten, Handwerkliches und Träumereien sind Teil der meist legeren Tagesordnung. Einige Schüler werden während dieser Brückentage zu den großen Ferien geistig etwas abwesend sein – wer will es ihnen verdenken? Für viele stellt sich diese Abwesenheit gar physisch dar, denn eine steigende Anzahl an Eltern hat laut einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks die Hemmungen verloren, ihr Kind eine Woche oder ein paar Tage vor Ferienbeginn ohne Antrag aus der Schule zu nehmen und in den Urlaub zu verschwinden. Dann wird die Reise billiger und die Anreise praktischer.

Bei Wiederholungschwänzen spricht das Ordnungsamt auch mal Bußgelder von bis zu 200 Euro aus, aber das ist wirklich nur die Ausnahme. „Bußgelder sind das letzte Mittel und dann nötig, wenn keinerlei Einsicht bei den Eltern zu erkennen ist“, sagt Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien dazu. Ordnungsstrafen gibt es also nur in den extremsten Fällen.

Wer ein paar Tage früher abreisen muss, der muss keine Ordnungswidrigkeit risikieren. Die Schulen gehen meist verständnisvoll mit Eltern um, die um ein paar Extratage vor Ferienbeginn bitten. „So etwas (Schwänzerei) gibt es bei uns nicht mehr, da ich fast jeden offiziellen Antrag auf Fehltage, den Eltern bei mir stellen, genehmige“, sagt Schulleiter aus Kieler Elmschenhagen. Den Verantwortlichen in den Schulen ist bewusst, dass einige Familien sich zum Sommerferientarif sonst keine Reise leisten könnten.

Auch die Goetheschule in Flensburg gibt bei berechtigter Begründung mitunter ein paar Tage Ferien im Vorschuss. Schulleiter Arnd Reinke sieht überhaupt keine Tendenz eines Anstiegs selbstverordneter Ferienverlängerungen, geschweige denn Missbrauch. Noch nicht mal ein Prozent der Goethe-Schüler werden vor den Ferien beurlaubt, erzählt er bei einer Anfrage von shz.de. Ganze fünf Anträge seien in diesem Sommer über seinen Schreibtisch gegangen, darüber wird Buch geführt. Das Schulgesetz sieht laut Reinke sogar vor, dass Beurlaubungsanträge in der Vorferienzeit der Zustimmung des Schulleiters bedürfen. Im laufenden Schuljahr sind die Lehrer hingegen allein befugt, über das Anliegen ihrer Schüler zu bestimmen. Die Zeugnisse können die Beurlaubten währen der Ferien im Geschäftszimmer abholen – oder erst bei Beginn des neuen Schuljahres.

Dass die unberechtigte Schulanwesenheit am Ende weniger die Schulen als die Bundespolizei kümmert, ist wider Medienberichten nicht zutreffend. So war zu lesen, dass die Bundespolizei in am Helmut-Schmidt-Airport stichprobenartig Familien beim Check-In kontrolliert und über das Ordnungsamt für spätere Sanktionen sorgt. Dies dementierte die Bundespolizeiinspektion am Flughafen Hamburg bei einer Anfrage von shz.de scharf, dafür sei sie nicht zuständig. Aber selbst wenn dort jemand zufällig erwischt würde: Aufhalten wird die Polizei die Reisenden nicht.

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erstellt am 17.Jul.2017 | 15:23 Uhr

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