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Kampfmittelräumdienst im Norden : 25 Kriegsbomben in Hamburg und Schleswig-Holstein entdeckt

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Immer noch werden Blindgänger entdeckt - in diesem Jahr so viele wie lange nicht mehr. Ein Grund ist der Bauboom.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2017 | 12:46 Uhr

Hamburg | Bereits 25 Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg sind im laufenden Jahr in Hamburg und Schleswig-Holstein entdeckt und unschädlich gemacht worden - so viele wie lange nicht mehr. 14 große Blindgänger entschärfte der Kampfmittelräumdienst bislang in Hamburg. Im gesamten vergangenen Jahr waren es nur zwölf gewesen, wie der Senat auf eine Anfrage der CDU mitteilte. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, dass die Zahl der Blindgänger in der Hansestadt auf gut 2900 geschätzt werde.

Aktuell werden so viele Blindgänger gefunden, weil in der Elbmetropole „enorm viel gebaut wird“, sagte der Sprecher. Besonders viele Bomben lägen im Hamburger Süden in Harburg, auf der Elbinsel und in den Stadtteilen Hammerbrook und Rothenburgsort. „Die Gebiete, wo wir heute die Bomben finden, waren vorher Ackerland, die hat einfach nie jemand angefasst“, erklärte er weiter.

In Schleswig-Holstein wurden seit Jahresbeginn elf große Kriegsbomben entdeckt. Dabei handele es sich um zehn 250 Kilo-Bomben und eine 500-Kilo-Bombe, teilte das zuständige Landeskriminalamt am Mittwoch in Kiel mit. Acht Blindgänger seien am Fundort entschärft und eine Bombe gesprengt worden. Bei zwei Sprengkörpern war eine Entschärfung nicht erforderlich, da es sich um sogenannte Zerscheller handelte, bei denen lediglich die Bombenhülle mit einem Teil Sprengstoff vorhanden war. Im vergangenen Jahr waren im Norden insgesamt nur drei Bomben und im Jahr 2015 zehn Kriegsbomben entschärft worden.

Knapp 30.000 Tonnen Bombenlast warfen die Alliierten allein über Kiel ab. Die Blindgängerquote dürfte bei etwa zehn Prozent liegen, also 3000 Tonnen. Nach Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes liegen noch mehrere hundert Blindgänger in der Region Kiel.

Über dem damaligen Deutschen Reich wurden während des Krieges rund 1,35 Millionen Tonnen Sprengkörper abgeworfen, nahezu 250.000 Bomben sollen wegen technischer Defekte nicht explodiert sein.

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