„Hölle Nord“-Spezial Teil II : 30 Jahre SG: Von unbequemen Entscheidungen, dem ersehnten Meistertitel und einer Existenzkrise

Spannendes „Hölle Nord“-Gespräch mit Thorsten Storm (re.), Jan Wrege und Lars Christiansen (nicht im Bild).

Spannendes „Hölle Nord“-Gespräch mit Thorsten Storm (re.), Jan Wrege und Lars Christiansen (nicht im Bild).

Ex-Manager Thorsten Storm, SG-Legende Lars Christiansen und Journalist Jan Wrege erzählen aus den Jahren 2000 bis 2010.

Jannik_Schappert_8449.jpg von
10. November 2020, 16:00 Uhr

Flensburg | Endlich hatte die SG Flensburg-Handewitt es geschafft! Mit einem 41:32-Erfolg gegen die HSG Nordhorn machten die SG-Handballer – oft als „Ewiger Zweiter“ oder „Vizewitz“ belächelt – am 16. Mai 2004 den Gewinn ihrer ersten Deutschen Meisterschaft perfekt. Eine Befreiung.

„Das war ein großer Tag und der größte Höhepunkt in meinem Sportlerleben“, sagt Lars Christiansen in der zweiten Podcast-Folge eines „Hölle Nord“-Spezials zum 30-jährigen Bestehen der SG. Neben der Legende auf Linksaußen teilen Ex-Manager Thorsten Storm und sh:z-Redakteur Jan Wrege, der die SG seit 40 Jahren begleitet, ihre Erinnerungen an die Jahre zwischen 2000 und 2010.

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Turbulentes Jahrzehnt

Umzug in die Campushalle, der Skandal von Ciudad Real, drei Pokalsiege, zwei verlorene Champions-League-Finals, von denen eines vor Gericht landete, eine Existenzkrise – das zweite SG-Jahrzehnt war turbulent. Doch über allem schwebt auch heute noch die Meisterschaft von 2004. „Das war sowas von überfällig und auch für mich als Journalist eine Befreiung“, sagt Wrege. Er freute sich über ein neues Synonym für die SG: der Deutsche Meister.

Journalist Jan Wrege begleitet die SG seit 40 Jahren.
Marcus Dewanger

Journalist Jan Wrege begleitet die SG seit 40 Jahren.

Reinhören: „Hölle Nord“-Spezial Teil I: Steiler Aufstieg der „Super-SG“

Storm kam 2002 als Manager nach Flensburg – ausgerechnet vom THW Kiel – und traf sofort unpopuläre Entscheidungen mit „richtig Gegenwind“, wie er sich erinnert. Trainer Erik Veje Rasmussen und Kapitän Jan Fegter mussten 2003 gehen.

Als neuen Chef an der Seitenlinie holte die SG Kent-Harry Andersson aus Nordhorn. „Die Entscheidung fiel damals zwischen ihm und Martin Schwalb. Kent-Harry hat es geschafft, dass eine richtig gut besetzte Mannschaft diesen Erfolgshunger bekommen hat“, erzählt Storm.

Thorsten Storm erinnert sich an unpopuläre Entscheidungen als SG-Manager.
Marcus Dewanger

Thorsten Storm erinnert sich an unpopuläre Entscheidungen als SG-Manager.

Mit der Verpflichtung von Johnny Jensen gelang unerwartet ein Coup. Der Norweger, den außer Flensburg niemand wollte, wurde in der Hölle Nord zum Handballgott. „Wir brauchten so einen Verrückten. Wenn du im Training nur 85 Prozent gegeben hast, hat Johnny dich gehauen“, erzählt Christiansen.

Fast ein Triple

Storm weiß noch, wie die Meistersaison mit einem 19:30-Heimdebakel gegen den SC Magdeburg begann. „Danach waren wir erstmal beim Griechen“, sagt Storm, „um das runterzuspülen“. Das klärende Gespräch zeigte Wirkung. „Danach konnten wir uns immer in die Augen schauen und irgendwie lief es dann“, so Christiansen. Mit ihm und Spielern wie Jensen, Lars Krogh Jeppesen, Jan Holpert, Christian Berge, Marcin Lijewski und Sören Stryger stürmte die SG zum Double und sogar fast zum Triple.

Lars Christiansen wusste den Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2004 zu genießen.
Sascha Klahn (Archiv)

Lars Christiansen wusste den Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2004 zu genießen.

 

Eine verpasste Chance – so bezeichnet Christiansen das verlorene Champions-League-Finale von 2007 gegen den stark dezimierten THW Kiel. Das Derby hatte aufgrund von Bestechungsvorwürfen gegen den THW ein juristisches Nachspiel, das mit einem Freispruch endete. Und Wrege meint: „Freispruch ist Freispruch!“ Aus seiner Sicht habe es im Rückspiel in Kiel keine Entscheidungen gegeben, „die eine Auswärtsmannschaft nicht ohnehin auszuhalten hat“.

Wie Christiansen darüber denkt und was die SG zwischen 2000 und 2010 sonst noch bewegte – all das ist im zweiten Teil des „Hölle Nord“-Spezials zu hören.

Was ist ein Podcast? Der Begriff Podcast setzt sich zusammen aus den beiden Wörtern iPod (MP3-Player von Apple) und Broadcast (Rundfunk). Es handelt sich um eine Reihe von Audio-Dateien, die auf Abruf („on demand“) aus dem Internet heruntergeladen werden können. Neben vielen unabhängigen Anbietern bringen auch immer mehr Zeitungsverlage eigene Podcasts heraus. Jeder vierte Deutsche hört inzwischen regelmäßig Podcasts, und es werden immer mehr.

Was bietet der „Hölle Nord“-Podcast? Die volle Portion SG Flensburg-Handewitt: Aktuelles Geschehen, Hintergründe und Geschichten rund um Deutschlands nördlichsten Handball-Bundesligisten.

Wann und wo kann ich den „Hölle Nord“-Podcast hören? Jederzeit. Die neueste Folge gibt es immer Dienstagabend auf shz.de/hoelle-nord, zudem auf Spotify, Apple Podcast, Deezer und Co. – einfach in der Suchfunktion „Hölle Nord“ eingeben.

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