Anbaden Rekordbeteiligung beim Anbaden

Von Udo Carstens | 31.03.2019, 16:32 Uhr

260 hartgesottene Schwimmer, so viele wie noch nie, stürzten sich gestern in der Seebadeanstalt Düsternbrook.

Neuer Rekord beim sechsten offiziellen Kieler Anbaden: 260 hartgesottene Schwimmer, so viele wie noch nie, stürzten sich gestern in der Seebadeanstalt Düsternbrook nach einem Warm-Up mit dem Sportverein KMTV bei etwas über 7 Grad Lufttemperatur in die knapp 6 Grad kalten Fluten der Förde – bei strahlendem Sonnenschein und unter den Augen von rund 650 „Sehleuten“.

Unter dem Motto „Mut verbindet – einheitlich anbaden“ sollte auch auf die im Oktober in Kiel stattfindenden Feiern zum Tag der Deutschen Einheit hingewiesen werden. Passend dazu hatte sich Maria Willemsen aus Dänischenhagen als Marienkäfer verkleidet und auf dem Hut den dafür im sächsischen Raum gebräuchlichen Namen „Mootschekiepchen“ geschrieben – ein innerdeutscher Sprachkurs quasi. Beim Anbaden in Kiel war die 58-Jährige erstmals, baden in der Ostsee geht sie aber täglich. Ebenfalls zum ersten Mal mit von der Partie waren die drei Kieler Leon, Felix und Jan-Erik, die als „Die drei Eisheiligen“ in Mönchskutten in die Fluten stiegen. Nach dem Bad machten sie allerdings eher den Eindruck von drei Eiszapfen, wozu sicher auch der mit um die fünf Windstärken blasende Wind aus Nordnordwest beitrug. Spaß gemacht hatte es aber trotzdem, und schließlich wartete nun ein Heißgetränk oder auch das Hamburger Sauanafass, um sie wieder auf Betriebstemperatur zu bringen.

Fast als „Urgestein“ der Veranstaltung von Kiel-Marketing kann man Barbara Neumann aus Reinbek bei Hamburg bezeichnen. Seit 2015, dem zweiten Anbaden, ist die 73-Jährige dabei. Im Vorjahr überredete sie erstmals ihre Tochter Dorothea Neumann, die auch in diesem Jahr wieder in die Förde stieg, mit nach Kiel zu kommen. Und auch Kiel-Marketing-Chef Uwe Wanger ließ es sich nicht nehmen, die Wassertemperaturen der Förde zu testen. Seiner Mimik nach zu urteilen, dürfen die ruhig noch etwas zulegen. Während die Wasserwacht für einen reibungslosen Ablauf und Sicherheit auf den Stufen in die Fluten sorgte, konnte man bei den Stadtwerken Kiel am „Heißen Draht“ seine Geschicklichkeit testen. Die AOK war wieder mit ihrem Gesundheitscheck vor Ort. Schade nur, dass im Gegensatz zu den Vorjahren weniger Schwimmer in Kostümierung ins Wasser gingen. Neben etlichen Gewinnen gab es für die kreativste Kostümierung zum Thema „Deutsche Einheit“ sowie für die größte Gruppe Sonderpreise.

Bei den Kostümierungen siegten „Prinz Daniel – der Froschkönig“ und „Mama Bär mit Kind Bär“, die größte Einheit bestand aus elf Personen und kam vom Wohnheim der Deutsch-Nordischen Burse.

Eva Zeiske von Kiel-Marketing freute sich über einen „vollen Erfolg. Die Veranstaltung hat sich etabliert“, lautet ihr Resümee.