Itzehoe : Ziegen und Böcke zur Zucht ausgewählt

In Itzehoe sind am Sonntag Schleswig-Holsteins junge Ziegen und Böcke zur Zucht ausgewählt worden. Die Ziegenzucht im nördlichsten Bundesland hat eine lange Tradition.

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17. Juli 2011, 04:04 Uhr

Bei der sogenannten Körung müssen die Ziegenböcke über eine "Ahnentafel" verfügen und werden dann von Experten begutachtet und benotet. Die weiblichen Tiere der Milchziegenrassen erhalten bei der Aufnahme in das Herdbuch zusätzlich eine Note für das Euter. Insgesamt grasen in Schleswig-Holstein rund 6500 Ziegen.
Die Ziegenzucht im nördlichsten Bundesland hat eine lange Tradition. Zwar gibt es zurzeit in Schleswig-Holstein nur 44 organisierte Züchter, Ziegenhalter sind es jedoch mehr als 1200. Es sind meist Nicht-Landwirten, die in Dörfern oder am Stadtrand leben, nur ein einziges Tier halten, und dessen Milch beziehungsweise den Käse selber verbrauchen, wie der Landesverband Schleswig-Holsteiner Ziegenzüchter erklärte.
Die "Kuh des kleinen Mannes"
Demnach werden Ziegen schon seit 7500 Jahren von Menschen gehalten und gehören damit zu den ältesten Haustieren. Die anspruchslosen und widerstandsfähigen Tiere sicherten früher als "Kuh des kleinen Mannes" das Überleben vieler Familien. Sie nahmen anfangs eine wichtige Stellung in der Wirtschaft ein, denn sie lieferten Fleisch, und ihre Häute wurden für Leder und für Schläuche zum Transport von Flüssigkeiten genutzt.
Seit mindestens 4500 Jahren werden die Ziegen auch gemolken. Heute liefern sie nach Verbandsangaben bis zu 1000 Liter Milch pro Jahr. Bundesweit werden zurzeit bis zu 160.000 Ziegen gehalten - die Hälfte davon zur Milchproduktion.
(dpa, shz)

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