EDEKA Hauschildt in Rendsburg : „Für unsere Gäste ist es heute ein Erlebniseinkauf“

Die Familiengeschichte ist für Marco, Jana, Bettina und Bernd Hauschildt eng mit der Unternehmensgeschichte verknüpft.
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Die Familiengeschichte ist für Marco, Jana, Bettina und Bernd Hauschildt eng mit der Unternehmensgeschichte verknüpft.

720 Märkte gehören zum genossenschaftlich organisierten Verbund EDEKA Nord. Viele von ihnen sind schon lange dabei – beispielsweise EDEKA Hauschildt in Rendsburg.

shz.de von
28. Juni 2014, 00:15 Uhr

Rendsburg | Es ist eine Szene, wie sie zigfach am Tag vorkommt – und doch zeigt sie sehr viel. Bernd Hauschildts Griff geht in die Hosentasche. Von dort zaubert er eine kleine Packung Gummibärchen hervor. Das Kind, das es sich im Einkaufswagen gemütlich gemacht hat, grinst. Die Mutter lächelt – und geht mit einem guten Gefühl weiter einkaufen. Auch Bernd Hauschildt freut sich, vielleicht sogar noch mehr als das Kind. „Der Gummibärchen-Mann“ wird er genannt. Die Szene steht beispielhaft dafür,  welche Rolle die  Geschichte der alten Werte im hochmodernen Lebensmittelhandel spielt.

„Diese Werte sind uns unheimlich wichtig“, sagt Marco Hauschildt. Er ist Inhaber des EDEKA-Markts Hauschildt in Rendsburg. Sein Vater Bernd, „der Gummibärchen-Mann“, arbeitet 30 Stunden die Woche bei seinem Sohn im Unternehmen mit. Früher war es genau anders herum. Hauschildt Junior ist mit EDEKA groß geworden, auch sein Vater hatte schon seinen eigenen Laden, den er wiederum von seinen Eltern übernommen hatte.  In den Anfängen der Familienhistorie hatte das Geschäft 30 Quadratmeter Verkaufsfläche. Heute sind es 2700. Aber eines ist gleich geblieben, da sind sich Vater und Sohn einig: „Die gedankliche Nähe zu unseren Gästen bedeutet uns sehr viel.“ Bewusst werden Kunden nicht Kunden genannt, sondern eben Gäste. Nicht wenige von ihnen werden noch per Namen und Handschlag begrüßt. Dabei   kommen  pro Woche etwa 21000 Menschen in den Markt. Zum Vergleich: Rendsburg hat derzeit etwa 28.000 Einwohner. Dazu führt Marco Hauschildt noch einen zweiten Markt im 25 Kilometer entfernten Flintbek. Insgesamt beschäftigt er etwa 210 Mitarbeiter.

Eine familiäre Atmosphäre im Unternehmen ist den Hauschildts wichtig. Auf der anderen Seite bestimmt der  Markt auch das Familienleben. Und zwar wesentlich. Auch Marco Hauschildts Frau Bettina arbeitet mit im Unternehmen. Ebenso seine Schwester Jana. Eine Frischfischtheke mit angeschlossenem Bistro, genannt GeschmackXpiraten, führt sein Cousin Jan Bracker. EDEKA spielt nicht nur während des Essens eine Rolle, sondern auch vorher und nachher – und das  seit drei Generationen. „So wie ich bei meinen Eltern geholfen habe, haben meine Kinder mir geholfen“, sagt Bernd Hauschildt.

Er selbst musste als Kind schon mal aus dem Fenster klettern, um mit seinen Freunden zumindest eine Halbzeit Fußball spielen zu können. Dann war wieder Arbeit angesagt. „Es hat aber auch unheimlich viel Spaß gemacht.“ Das Grinsen im Gesicht verrät seine Begeisterung.

Auch Marco Hauschildts Kindheit wurde durch EDEKA geprägt. Während der Ausbildung und des Studiums half er immer im Familienbetrieb mit. Besonders im Gedächtnis sind ihm die Über-Land-Touren geblieben. Bei Stammkunden gab es dann schon mal Kartoffelpuffer. Er gehörte quasi mit zur Familie. „Wenn ich daran denke, kommen mir fast die Tränen in die Augen“, sagt der 36-Jährige, auch wenn er als Controller die Nase rümpfen müsste. Eines aber habe er in der Zeit gelernt: „Was es bedeutet, Kaufmann vor Ort zu sein.“

Doch auch der Kaufmann vor Ort, der die familiäre Atmosphäre aus dem Tante-Emma-Laden in die moderne Zeit transferieren möchte, muss sich weiterentwickeln. Früher hieß es, so berichtet Marco Hauschildt, wurde alle 15 Jahre das gesamte Inventar ausgewechselt. Dann waren es zwölf Jahre. Heute, sagt man, alle acht Jahre. Das Rad dreht sich immer schneller.

Die Erwartungen steigen. Der Kontakt zu den Gästen ist elementar.  Mehrmals die Woche bieten die Hauschildts  Verkostungen in der Showküche und Themenabende an. Es gibt im Markt unter anderem einen begehbaren Kühlschrank und eine Cocktailbar. Ein anderer wichtiger Faktor sind die Produkte aus der Region. „Sie haben einen Frischevorsprung, der uneinholbar ist“, sagt Marco Hauschildt. Dass regionale Produkte so gut laufen, ist für ihn „einfach klasse“. 30 bis 40 Kisten  Erdbeeren aus der Region werden täglich aus dem Markt getragen. Auch wenn die Kunden dafür tiefer in die Tasche greifen müssen. Im vergangenen Jahr wurden alleine 11 Tonnen regionaler Spargel verkauft – und der derzeit am stärksten verkaufte Artikel sind Kartoffeln. Natürlich aus der Region.

Blickt Bernd Hauschildt auf sein Wirken im Lebensmittelhandel zurück, steht eines für ihn fest: „Wie schön und wie gut es die Gäste heute haben.“ Er meint die Vielfältigkeit und die Präsentation der Produkte. „Für unsere Gäste ist es heute ein Erlebniseinkauf.“

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