Eutin : Stadtwerke auf Kurs zur Energiewende

Weg vom Atomstrom, hin zu eigenen Anlagen, die umweltfreundlich Energie erzeugen - das soll stärker als bisher die Marschroute der Stadtwerke Eutin GmbH sein.

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07. April 2011, 11:06 Uhr

eutin | Ihre Ausrichtung als zukunftsorientierter Energie-Dienstleister stieß gestern Abend auf einhellige Zustimmung der Stadtvertreter.

Henning von Schöning (Grüne) ermunterte die Stadtwerke, ihren bereits eingeschlagenen Kurs als innovativer Energie-Dienstleister offensiver nach außen zu vertreten. "Die Bürger wollen bald Ergebnisse sehen", verwies er auf die allgemeine Umbruchstimmung nach der nuklearen Reaktor-Katastrophe in Japan. Die Zeit sei reif für mehr Stromerzeugung in der Region, zum Beispiel durch Blockheizkraftwerke. Zugleich warnte von Schö ning davor, durch große Bezugsmengen von Strom aus Wasser- oder Windkraft den Einstieg in regenerative Energiekonzepte bereits für erreicht zu halten.

Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz betonte, dass die Stadtwerke längst innovative Projekte zur Energiegewinnung vorantrieben. Dazu gehört die Holzverstromung ebenso wie die Beteiligung an Windparks auf hoher See oder die Kooperation mit benachbarten Gemeinden in der Stromversorgung. Zudem werden neue Entwicklungen in der Brennstoffzellentechnik und bei Mini-Kraftwerken für Privathaushalte aufmerksam verfolgt. Unbestreitbar werde für solche Investitionen aber viel Geld gebraucht - und das bedeute für die Stadt, ihr Unternehmen mit mehr Kapital auszustatten und auf Gewinnabfuhr zu verzichten.

Ausgelöst wurde die Debatte durch den Antrag der FWE, die Abhängigkeit von Atomstrom in Eutin zu reduzieren (der OHA berichtete). Margret Janus (CDU) betonte, dass die FWE damit offene Türen einrenne: "Jeder, der jetzt noch Atomkraft will, muss nicht ganz dicht sein." Das Thema soll im Hauptausschuss vertieft werden.

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