Tourismuszentrale : Plön stoppt Fusion

Die Stadt lehnt die Übertragung von weiteren Aufgaben an die Tourismus-Kooperation ab.

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02. Oktober 2012, 11:32 Uhr

Eutin/Plön | Die Stadt Plön tritt bei der touristischen Zusammenarbeit in der Holsteinischen Schweiz scharf auf die Bremse: Sie lehnt eine weitere Übertragung von Aufgaben und Personal an die von Eutin, Bosau, Bösdorf, Dersau, Grebin, Plön und Schönwalde gebildete Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz ab. Damit rückt eine eigentlich für 2013 geplante Zusammenführung der kommunalen Tourismus-Mitarbeiter in weite Ferne.

Das Stopp-Zeichen für diesen Fusionsprozess setzte der Plöner Hauptausschuss in nichtöffentlicher Sitzung. Bürgermeister Jens Paustian bestätigte dem OHA gestern zwar den Beschluss, wollte aber zu den Gründen partout nicht Stellung nehmen.
Beschluss sei nur eine Verschnaufpause

Nach OHA-Informationen gibt es unter Plöner Ratsvertretern erheblichen Unmut darüber, dass bisher im Rathaus angesiedelte Aufgaben in der Buchhaltung und im Personalwesen künftig für die Tourismuszentrale ausgegliedert werden sollten; die Ausschreibung für eine Fremdvergabe war bereits vorbereitet. Dies aber ging den Politikern angesichts der sich abzeichnenden Personalverschiebungen mit dem Amt Großer Plöner See offenbar zu weit.

Ihr Veto bedeute aber "kein Drama", sondern eher eine Verschnaufpause, versucht Bürgermeister Paustian als Vorsteher des Zweckverbandes Tourismuszentrale die Tragweite des Beschlusses zu relativieren. Denn es wäre schwierig geworden, die organisatorischen und rechtlichen Probleme bei dem Zusammenschluss noch in diesem Jahr zu lösen. Für ihn sei vielmehr wichtig, dass im gemeinsamen Marketing bereits Synergieeffekte für den Tourismus in der Region eingetreten seien. "Wir sind da einen Riesenschritt vorangekommen. Und nun schließt sich noch Malente beim Marketing an, das ist sehr gut."
"Wir sind schon ein wenig überrascht"

In Eutin jedoch hat das Plöner Nein zur weiteren Intensivierung der Zusammenarbeit in der lokalen Tourismus-Organisation Befremden ausgelöst. "Wir sind schon ein wenig überrascht", sagte Per Köster, Geschäftsführer der Eutin GmbH. Aus seiner Sicht wären die organisatorischen Probleme und die Kostenbeteiligung der einzelnen Gemeinden bis 2013 zu lösen gewesen: "Wir hatten uns das zugetraut."

Die Eutiner Stadtvertreter haben im Stellenplan bereits vorgesorgt für den Fall, dass die Mitarbeiter der Eutin GmbH in die Tourismuszentrale wechseln: Für Aufgaben des Stadtmarketings ist eine neue Stelle im Rathaus ausgewiesen, aber noch nicht besetzt.

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