Tourismus-Zentrale Holsteinische Schweiz : Malente ringt um die Kosten

Die Zeit zum Beitritt der Malenter zur Tourismus-Zentrale Holsteinische Schweiz wird knapp.

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25. Mai 2012, 10:33 Uhr

Malente/Plön | Eine touristische Vermarktung der Holsteinischen Schweiz ohne Malenter Beteiligung: Die Beseitigung dieses Geburtsfehlers der 2010 gegründeten Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS) scheint ein echter Kraftakt zu sein. Noch ist nicht klar, ob er zum Erfolg führt, doch spätestens im Juni muss eine Entscheidung fallen.

Nach kontrovers geführter Debatte hatte eine Mehrheit aus CDU und FDP im Malenter Tourismus-Ausschuss Ende Januar eine Doppelgleisigkeit bei der touristischen Vermarktung Malentes durchgesetzt. Zum einen soll die Gemeinde Basismitglied bei der Tourismus-Zentrale werden, zum anderen aber auch weiter mit ihrem bisherigen Dienstleister GLC Glücksburg Consulting zusammenarbeiten. Ende Januar hatte sich Bürgermeister Michael Koch noch zuversichtlich gezeigt, dieses Vorhaben schon im März besiegeln zu können.
"Alle Beteiligten haben sich noch einmal aufeinander zubewegt"

Doch die Verhandlungen erwiesen sich als komplizierter als gedacht. Erst nach und nach wurden mehrere strittige Punkte ausgeräumt, etwa dass Malente weiterhin parallel zur Seite der Tourismus-Zentrale seinen eigenen Internet-Auftritt haben wird. Als Problem stellte sich vor allem die Frage heraus, wer den Versand des Gastgeberverzeichnisses finanziert. Dies kommt künftig zwar von der Tourismus-Zentrale und nicht mehr von GLC, doch die Portokosten tragen die Mitgliedsgemeinden der Tourismus-Zentrale.

"Alle Beteiligten haben sich noch einmal aufeinander zubewegt", erklärte Koch gestern. Ihm liege nun ein Rahmenpapier vor, in dem Lösungen für alle offenen Fragen ausgearbeitet seien. Dieses werde nun durch Kurdirektor Georg Kurz und ihn geprüft.
Noch im Juni müsste der Vertrag mit GLC gekündigt werden

Es bleibt nicht mehr viel Zeit, offene Punkte zu klären. Denn noch im Juni muss der laufende Vertrag mit dem bisherigen Dienstleister GLC gekündigt oder angepasst werden, ansonsten verlängert er sich automatisch. Ein Beitritt Malentes zur Tourismus-Zentrale wäre dann mindestens für ein Jahr blockiert. Am 12. Juni soll der Tourismusausschuss sein Votum zu den Vertragsentwürfen abgeben, zwei Tage später die Gemeindevertretung.

Klar ist: Zu weiteren als den schon einkalkulierten Kostensteigerungen darf es aus Malenter Sicht nicht kommen. "Wir können nicht mehr ausgeben", erklärte Koch angesichts der angespannten Gemeindefinanzen. Die Frage der Mehrkosten durch die Doppelgleisigkeit war ohnehin höchst kontrovers diskutiert worden. Koch hatte die zusätzlichen Kosten zuletzt je nach Lesart auf 8000 bis 22.000 Euro jährlich beziffert.

Caroline Backmann zeigte sich für die Tourismus-Zentrale optimistisch, dass eine Einigung zu Stande komme: "Wir sind sehr zuversichtlich", erklärte die Leiterin der Plöner Tourist-Info. Die Tourismus-Zentrale sei der Gemeinde sehr entgegengekommen.

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