Tüv-Statistik : Jedes fünfte Auto fällt durch

Autos weisen bei technischen Prüfungen wieder mehr Mängel auf. Foto: dpa
Autos weisen bei technischen Prüfungen wieder mehr Mängel auf. Foto: dpa

Alarmierende Statistik des Tüv Nord: Auf den Straßen Schleswig-Holsteins sind immer mehr Autos mit erheblichen Mängeln unterwegs.

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08. Dezember 2011, 08:59 Uhr

Kiel | Von Juli 2010 bis Juni 2011 entdeckten die Prüfer bei 20,3 Prozent der Fahrzeuge gravierende Defekte - eine Steigerung von knapp einem Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt der Norden über dem Schnitt der sieben Bundesländer, die der Tüv Nord betreut (19,6 Prozent).
In Schleswig-Holstein sind 1,4 Millionen Pkw zugelassen. Das bedeutet: 280.000 Autos rollten nicht mehr verkehrssicher zur Hauptuntersuchung. 700 Fahrzeuge (0,05 Prozent) wurden sofort stillgelegt. "Die waren als fahrende Bomben unterwegs", sagt Tüv Nord-Sprecher Rainer Camen. Der Durchschnitt liegt hier bei 0,03 bis 0,04 Prozent.
Mängel-Quote ist kontinuierlich gestiegen
Woher kommt der Anstieg? Mit der Abwrackprämie 2009 war das Durchschnittsalter der Pkw leicht gesunken. Mittlerweile ist es wieder gestiegen, liegt bei 8,3 Jahren. Ältere Autos aber brauchen mehr Pflege. Tüv Nord-Sprecher Camen: "Es gibt etliche Menschen, die kein Geld mehr für die Wartung ausgeben wollen oder können." Sie versuchen, ohne Werkstattkosten eine neue Plakette zu ergattern. Und scheitern. So bekamen bei den fünf Jahre alten Autos 10,2 Prozent die begehrte Plakette nicht im ersten Anlauf, bei den Elfjährigen mussten sogar 27,9 Prozent noch einmal in die Werkstatt. Häufigste Mängelgruppen: Licht, gefolgt von Elektrik, Bremsen, Achsen, Rädern, Reifen und Umweltbelastung.
In den vergangenen fünf Jahren ist die Mängel-Quote kontinuierlich gestiegen - von 17,1 Prozent im Jahr 2007 auf jetzt 19,6 Prozent. Erstaunlich ist, dass es auch einen gegenläufigen Trend am anderen Ende der Skala gibt: Auch die Zahl der Autos ohne Mängel erhöht sich beständig. In diesem Jahr lag sie bei 58 Prozent, in Schleswig-Holstein sogar bei 58,6 Prozent. Die meisten Autofahrer kümmern sich also sehr intensiv. "Ein elf Jahre alter Porsche 911 hat beim Tüv selten Probleme", verdeutlicht Rainer Camen. Und Tüv Nord-Marketingchef Klaus Jürgensen fügt hinzu: "Zudem bauen die Hersteller vermehrt gute Autos, die auch nach vielen Jahren noch ohne Mängel unterwegs sein können."

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