Stadt soll Berufsfeuerwehrleute einstellen : Hilferuf: Wehr fordert Verstärkung

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02. März 2011, 06:31 Uhr

Elmshorn | Die Elmshorner Feuerwehr möchte zu den bereits drei hauptamtlich beschäftigten Gerätewarten drei oder vier weitere hauptamtliche Kameraden in einer Tagesschicht einsetzen. Dadurch sollen die 111 ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute entlastet werden. Kommende Woche will Wehrführer Stefan Mohr sein Konzept den Rathaus-Fraktionen vorstellen. Dies hatte Mohr bereits während der Hauptversammlung angekündigt.

Nach dem schleswig-holsteinischen Brandschutzgesetz gibt es erst in Städten mit mehr als 80 000 Einwohnern Berufsfeuerwehren. Vor diesem Hintergrund dominiert das Ehrenamt.

Bisher gab es in Elmshorn damit keine Probleme. Doch zunehmende Einsätze, darunter in 2010 mehr als 100 Alarme während normaler Arbeitszeiten, erschweren den ehrenamtlichen Alltag. Einerseits wird es für Arbeitnehmer nicht einfacher, freigestellt zu werden. Andererseits waren unter den 460 Einsätzen viele Bagatellfälle: "Türöffnung, Kontrolle von Rauchwarnmeldern, kleine Feuer wie Pkw- oder Containerbrände könnten von einer Zwei-Mann-Besatzung erledigt werden", sagte Mohr.

Freiwillige Feuerwehren mit hauptamtlichen Kräften in einer Wachabteilung, wie von der Elmshorner Wehr gewünscht, gibt es in Schleswig-Holstein nicht, sagte Peter Schütt vom Landesfeuerwehrverband. Der Landesgeschäftsführer zeigte angesichts der Belastungen für diese Forderung Verständnis: "Für den Tagesalarm kann dies sinnvoll sein, zumal oft Kameraden außerhalb ihres Wohnortes arbeiten und daher für Einsätze nicht zur Verfügung stehen." Schütt geht aber davon aus, dass man für die Abend- und Nachtstunden keine hauptamtlichen Kräfte benötigt.

Dies sieht auch Wehrführer Stefan Mohr so: "Wir wollen einen Tagesdienst einrichten. Gleichzeitig können die hauptamtlichen Kräfte weitere Aufgaben übernehmen, zum Beispiel könnte man in Elmshorn wieder die Schlauchpflege übernehmen und Atemschutzgeräte warten. So kann man sparen." Bisher werden diese Aufgaben vergeben.

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