Bosau : Gutachter: Wahl des Bürgermeisters später

Nur die CDU will Bosaus hauptamtlichen Bürgermeister schnell wiederwählen.

Avatar_shz von
23. April 2012, 11:19 Uhr

Bosau | Knapp ein Jahr vor dem Ende der Amtszeit von Bosaus Bürgermeister Mario Schmidt werden in der Gemeinde Zukunftspläne geschmiedet. Während die CDU den Amtsinhaber möglichst schnell zur Wiederwahl stellen will, sträuben sich SPD, WGB, FDP und Grüne weiter vehement. Auch ein von der Gemeinde beauftragter Gutachter empfiehlt, eine Bürgermeister-Wahl abzuwarten.

Schon Landrat Reinhard Sager hatte Bosau dringend von der Wahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters abgeraten. Doch die Befürworter einer schnellen Bürgermeister-Wahl haben offenbar schon alle Hebel in Bewegung gesetzt. Der Amtsausschuss des Amtes Großer Plöner See soll Donnerstag gegen den Rat von Innenminister Klaus Schlie (der OHA berichtete) in Dersau die Verhandlungen über eine gemeinsame Verwaltung mit der Stadt Plön für gescheitert erklären.
CDU will anscheinend am 10. Mai Fakten schaffen

Der Plan: Wenn der Beschluss so im Amtsausschuss gefasst wird, behält die Gemeinde Bosau die Geschäftsführung des Amtes Großer Plöner See und müsste dafür nur ihren hauptamtlichen Bürgermeister wiederwählen, der dann das Amt leitet. Dafür will die Bosauer CDU offensichtlich am Donnerstag, 10. Mai, mit einer eilig einberufenen Sitzung der Gemeindevertretung Fakten schaffen.

"Angesichts der noch unklaren weiteren Entwicklung ist der Gemeinde zu raten, für die Wahl einen eher späten Wahltag zu bestimmen", schreibt der von der Gemeinde beauftragte Gutachter. Gewählt werden müsse spätestens im März 2013, die Stelle spätestens im Oktober ausgeschrieben werden. Und weiter: Sollte es zu einer Verwaltungsgemeinschaft von Amt und Stadt kommen, müsste Bosau künftig ehrenamtlich verwaltet werden.
Bürgermeister könnte Schadensersatz verlangen

Würde also schon im September ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt und im Oktober eine Verwaltungsgemeinschaft von Amt und Stadt gebildet, dürfte der Gewählte sein Amt nicht antreten, heißt es. Der Gewählte - vermutlich Mario Schmidt - könnte Schadensersatz von der Gemeinde verlangen.

Innenminister Schlie wird deutlich: Gutachter Dr. Gernot Korthals solle zunächst die Kosten für eine Verwaltungsgemeinschaft ermitteln. Schlie unmissverständlich: "Es versteht sich daneben von selbst, dass Handlungen, die eine einvernehmliche Lösung erschweren könnten, zu unterbleiben haben."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen