Schwerer Dämpfer : Gut Immenhof: Pläne liegen auf Eis

Erhebliche Finanzierungslücke / Investor spricht von einer Pause für das Projekt

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01. April 2011, 09:00 Uhr

Die hochfliegenden Pläne, aus Gut Immenhof ein touristisches Leuchtturmprojekt für die Region zu machen, haben einen schweren Dämpfer erlitten. "Der Investor, Herr Franz Josef Stolle, hat mich darüber unterrichtet, dass das Projekt eine Pause für weitere Überlegungen zu den touristischen Inhalten und der Finanzierung benötigt", erklärte Bürgermeister Michael Koch gestern.

Aus Sicht der Gemeinde sei dies nicht das Aus für das Projekt, doch werde man die bislang mit Nachdruck vorangetriebene Bauleitplanung erst einmal ruhen lassen, bis es vom Investor ein Zeichen gebe, dass es weitergehe. Wann dieses komme, sei ungewiss, berichtete Koch aus einem Gespräch, das er mit Stolle und seinem Berater, einem Lübecker Steuerberater, geführt habe: "Man hat mir gestern noch erklärt, das Signal kann morgen kommen, aber auch später." Er hoffe, dass es nicht Monate dauere, sagte Koch.

Hintergrund der Planungs-Aussetzung ist offenbar eine erhebliche Finanzierungslücke. Koch sprach von "zusätzlichem Millionenbedarf" für die Umsetzung des touristischen Konzepts eines Ferienhofs mit hotelähnlichem Charakter. Stolle habe erklärt, dies habe eine seit Januar vorliegende Wirtschaftlichkeitsberechnung deutlich gemacht.

Deshalb setzt Stolle offenbar auf potente Partner. Eine Realisierung des Projekts sei vermutlich ohne weitere Partner und die Bildung von Teil- oder Einzeleigentum, etwa an den geplanten Ferienwohnungen, nicht möglich, erklärte Koch. Das Problem: Bislang hat die Gemeinde den Verkauf einzelner Wohnungen strikt abgelehnt, weil sie eine "Dauerwohnnutzung durch die Hintertür" befürchtete, wie in der Vergangenheit etwa beim "Intermar"-Hotel. Ein Festhalten an dieser Forderung würde zum jetzigen Zeitpunkt wohl das Aus für das Projekt bedeuten, sagte Koch. Um dies zu verhindern, habe er in den vergangenen Wochen mit Stolle, seinem Berater und den Ministerien Gespräche geführt. Eine Lösung des Problems sei allerdings erst möglich, wenn Stolle erkläre, was er genau wolle. Dann müssten da "Fachleute ran, damit das für beide Seiten sicher ist" - sie sollen die Quadratur des Kreises schaffen und den Verkauf an Dritte ermöglichen, ohne dass Dauerwohnungen entstehen können. Unterdessen schwindet die Chance auf Fördermittel in Höhe von 500 000 Euro, die das Land für das Projekt zugesagt hat.

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