Eutiner Festspiele : Genossenschaft für die Opernscheune

Zehn Anteilseigner haben bereits eine Summe von 100.000 Euro aufgebracht.

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23. November 2011, 12:07 Uhr

Eutin | Die Gründung einer Bürgergenossenschaft soll den Eutiner Festspielen die Nutzung der Opernscheune auch in den kommenden Jahren ermöglichen. Das verkündete Hans-Wilhelm Hagen, Beiratssprecher der Neuen Eutiner Festspiel gGmbH, am Montag beim ersten "Festspiel-Talk" im Brauhaus. Und auch das erste Kapital in Höhe von 100.000 Euro sei von zehn Personen bereits aufgebracht worden.

"Wir haben einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung", sagte Hagen vor rund 150 Gästen. Trotzdem habe sich keine Mehrheit für den Erwerb der Opernscheune gefunden. Und da die Festspiele nicht selbst mit dem Kauf der Immobilie belastet werden sollen, habe man sich für die Möglichkeit einer Bürgergenossenschaft "Kultur" entschieden. Vorbild dafür ist die im Jahr 2007 gegründete Genossenschaft zum Erhalt des Theaters Ansbach in Bayern.

Im Gegensatz zu einer Bürgerstiftung soll die Bürgergenossenschaft sogar eine Dividende abwerfen - wenn gut gewirtschaftet werde. Deshalb soll die Opernscheune auch anderen Kulturbetrieben zur Verfügung gestellt werden.

Die Gründung der Genossenschaft soll Volker Clausen, ehemaliger Geschäftsführer der Wobau-Ostholstein, in die Hand nehmen. "Wir haben einen guten Weg gefunden. Aber wir dürfen jetzt nicht ungeduldig werden", mahnte Hagen. Trotzdem hoffe er, dass die Gründungsversammlung der Genossenschaft noch in diesem Jahr stattfinden könne. Dort wird dann auch über die Mindestbeteiligung entschieden. Die Genossenschaftsanteile werden, erklärte Hagen, bei 100 bis 200 Euro liegen.

Die Geschäfte der Festspiele und der Betrieb der Opernscheune sollen laut Hagen sauber getrennt werden. Die Bürgergenossenschaft solle ausschließlich dem Erwerb von Mobilien und der Immobilie zur Unterstützung der Festspiele dienen. In den laufenden Festspielbetrieb werde sie sich nicht einmischen. Gleiches gelte für künftige Anteilseigner der Bürgergenossenschaft: Auch sie werden kein Mitspracherecht in Sachen Oper haben.

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