Leitstelle der Polizei : "Freischütz" sagte "Ende"

Die Leitstelle der Polizei in Eutin wurde am Mittwoch für immer abgeschaltet.

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17. Februar 2011, 12:00 Uhr

eutin | Es war ein kurzer Funkspruch von Bernd Petersen, der gestern um 10.23 Uhr einen historischen Zeitpunkt markierte: "Durchsage an alle: Die Leitstelle Freischütz verabschiedet sich aus Ostholstein und übergibt an Südwind. Hier ist Freischütz: Ende."

1972 war im Keller des Polizeigebäudes in Eutin eine Funkleitstelle zur Steuerung der Streifenwagen eingerichtet worden. Ende 1983 folgte die Schaltung aller Anrufe aus Ostholstein, die an die Notrufnummern 110 oder 112 gingen, zur Leitstelle der Polizei. Die war da in das Obergeschoss gezogen, ihre Technik galt als bundesweit führend.

Gestern übernahm die Regionalleitstelle in Lübeck - Funkname "Südwind" - die Aufgaben der Eutiner Leitstelle. Dort laufen jetzt Anrufe auf 110 aus Ostholstein, Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Lübeck auf. Von dort werden die Einsätze von knapp 1600 Schutzpolizisten und 250 Kripo-Beamten koordiniert. Anrufe an die 112 aus Ostholstein gehen seit gestern zur Rettungsleitstelle des Kreises in Eutin, die Krankenwagen und Feuerwehren in Gang setzt.

In Eutin bildeten zwölf Polizeibeamte das Leitstellen-Team, zwei Beamte pro Schicht. In Lübeck werden mehr als 50 Beamte in der Regionalleitstelle arbeiten, acht bilden eine Schicht.

Der einst modernen, heute restlos überholten Technik in Eutin droht die Verschrottung. Leitstellen-Chef Michael Scherf: "Wir hatten dem Ostholstein-Museum die Funktische angeboten. Es hat abgelehnt, es sei kein Technik-Museum".

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