Eutin : Feuerwehr sucht Waschplatz

Ein defekter Ölabscheider am Priwall wird für die Freiwillige Feuerwehr Eutin zum Problem.

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24. November 2011, 12:09 Uhr

eutin | Der Entschluss der Stadt Eutin, ein neues Feuerwehrhaus zu bauen, bereitet der Eutiner Feuerwehr ein handfestes Problem: Sie hat keine Möglichkeit mehr bei niedrigen Temperaturen Autos zu waschen. Wegen des geplanten Umzugs auf den Festplatz in die Blaue Lehmkuhle soll der defekte Ölabscheider am Priwall nicht mehr repariert werden.

55.000 Euro würde es kosten, defekte Rohrleitungen zu reparieren, die das Wasser aus der Waschhalle der Eutiner Feuerwehr zu einem Ölabscheider leitet. Dieses Geld will die Stadt mit Blick auf ein neues Feuerwehrhaus nicht mehr ausgeben.

Eine andere Waschmöglichkeit zu Frostzeiten ist zurzeit nicht in Sicht, erfuhren die Mitglieder des städtischen Feuerwehr-Ausschusses am Dienstag in einer Sitzung, bei der es vor allem um den Finanzbedarf des Brandschutzes im nächsten Jahr ging. Der Eutiner Wehrführer Wolfgang Mevs berichtete, dass es auf dem benachbarten Betriebsgelände des Busunternehmens NOB ein "Probewaschen" gegeben habe.

In Einzelfällen könne die Feuerwehr dort Einsatzfahrzeuge säubern. Das gehe aber, weil der Waschplatz im Freien sei, nur bis zu einer für den Gerätewart zumutbaren Temperatur. Und es gehe nicht für 14 Einsatzfahrzeuge der drei städtischen Feuerwehren, das habe der Betriebsleiter deutlich gemacht. Eine automatische Waschanlage für Busse sei im Übrigen für Einsatzfahrzeuge wegen ihrer eckigen Beschaffenheit nicht geeignet, sagte Mevs weiter: "Die Autos müssten dort mit Schlauch und Bürste gesäubert werden."

Andere Waschgelegenheiten, die im Ausschuss angesprochen wurden, erwiesen sich nach Mevs Darstellung als ebenfalls ungeeignet. In einer gewerblichen Anlage für Auto-Reinigung in Neudorf dürften Einsatzfahrzeuge nicht gereinigt werden. Die Polizeidirektion auf Hubertushöhe sehe keine Kapazitäten für alle Eutiner Fahrzeuge.

Entfernt gelegene Waschplätze machten auch wenig Sinn, ergänzte Mevs: Besonders wichtig sei die Fahrzeugwäsche bei "Schmuddelwetter" und zur Beseitigung von Streusalzresten. "Wenn die Autos auf Hubertushöhe gewaschen worden sind, wird man davon nichts mehr sehen, wenn sie wieder ins Feuerwehrhaus zum Priwall gefahren worden sind."

Eine Lösung des Problems ist aktuell nicht in Sicht, Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz sprach davon, noch einmal mit der Polizeidirektion zu sprechen. Für Wolfgang Mevs gäbe es eine einfache Lösung: "Bis das neue Feuerwehrhaus fertig ist, dauert das noch ein paar Jahre. Bis dahin haben sich die 55.000 Euro für den Ölabscheider am Priwall amortisiert. Außerdem erhöht ein funktionierender Abscheider den Wert des Grundstückes, wenn es die Stadt verkauft."

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