Ausamtung : Bosau: Die CDU schielt nach Eutin

Die CDU in Bosau ist hin- und hergerissen. Liegt die Zukunft der Gemeinde im Amt Großer Plöner See, in der Stadt Plön oder doch in der Stadt Eutin?

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09. März 2012, 10:51 Uhr

Bosau/Plön | Bürgervorsteher Alfred Jeske brachte es am Donnerstag bei einer CDU-Veranstaltung in Hutzfeld auf den Punkt: "Die komplette Ausrichtung Bosaus in Richtung Eutin wäre die vernünftigste Lösung."

Arne Kröger (Thürk) und Friedrich Drückhammer (Quisdorf) sind sich als Teilnehmer der CDU-Veranstaltung ebenso einig: "Bosau gehört mit Quisdorf, Thürk, Majenfelde, Liensfeld, Kiekbusch, Braak und Klenzau eher nach Eutin als nach Plön." Einhellige Stimmen in Richtung Eutin, so berichteten CDU-Vertreter, gibt es auch aus dem Bosauer Seniorenbeirat.
Zwangsweise Anordnung einer Verwaltungsgemeinschaft vom Tisch

Doch bis es dazu kommt müsste Bosau erst einmal einen Antrag auf Ausamtung aus dem Amt Großer Plöner See stellen. Dort ist jedoch Bosaus hauptamtlicher Bürgermeister Mario Schmidt per Vertrag Geschäftsführender Bürgermeister. Und das soll er, wenn es nach der CDU in Bosau geht, eigentlich auch bleiben. Deshalb wird sie in der Gemeindevertretung einen Antrag auf Einleitung eines Wahlverfahrens stellen - obgleich Landrat Reinhard Sager aus Gründen der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit dringend davon abgeraten hatte (der OHA berichtete).

Den Plan, Mario Schmidt zum Amtsdirektor zu machen und die Verwaltung der Stadt Plön zu übernehmen hatte das Innenministerium bereits abgelehnt. Die Stadt Plön hat bereits signalisiert, bei einer Verwaltungsgemeinschaft alle Mitarbeiter des Amtes bis auf den Wahlbeamten Mario Schmidt zu übernehmen. Und auch bei einer Verwaltungsgemeinschaft Bosaus mit Eutin wird Mario Schmidt schwer einen Platz finden. Seine Wahlzeit endet am 31. März 2013.

Den Blick Bosaus nach Eutin trübte allerdings Süsels CDU-Ortschef Elard von Gottberg als Gast in Hutzfeld. Die CDU in Süsel sei von der Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Eutin "erschüttert". Hoffnung machte der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Sönnichsen in Hutzfeld: Nach fraktionsinternen Gesprächen ist für ihn klar, dass die zwangsweise Anordnung einer Verwaltungsgemeinschaft vom Tisch ist. Das brachte gestern Thomas Giebeler, Sprecher von Innenminister Klaus Schlie (CDU), auf den Plan: Der Innenminister gehe fest davon aus, dass er künftig auch Verwaltungs-gemeinschaften anordnen dürfe, wenn sich die Partner nicht einig seien.

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