Annes Peiniger begeht Selbstmord

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02. Juli 2010, 03:59 Uhr

bargteheide | Das Rätsel um die 25-jährige Arzthelferin Anne H. aus Bargteheide ist gelöst - und ein schrecklicher Verdacht bestätigt: Ein 49-jähriger Mann aus Tangstedt hat die junge Frau tatsächlich sieben Tage lang in seinem Haus gefangen gehalten und sexuell missbraucht. Das bestätigte gestern die Kriminalpolizei Ahrensburg.

Der Mann hatte sein Opfer am Sonntag in der Nähe des Elternhauses abgesetzt - und sich später das Leben genommen. Ermittler fanden ihn Mittwochabend tot in seinem Haus. "Er schnitt sich die Pulsadern auf", sagte Polizeisprecherin Jana Kralisch.

Die Polizei hat das unvorstellbare Verbrechen rekonstruiert: Der Täter wartete in einem weißen Lieferwagen in Bargteheide auf sein Opfer, mit geöffneten Seitentüren. Als Anne Hondelmann am Sonntagnachmittag zu Fuß vom Bahnhof zu ihrem Elternhaus unterwegs war, "wurde sie plötzlich von dem Mann gepackt, ins Wageninnere gezerrt und dort eingesperrt", heißt es. "Der ihr nicht bekannte Tatverdächtige fesselte die junge Frau und verband ihr die Augen. Der Mann fuhr anschließend mit der 25-Jährigen zu sich nach Hause und sperrte sie dort in seinem Schlafzimmer ein. Er hielt sein Opfer gefangen und missbrauchte es", so die Polizei. Niemand habe etwas von der Entführung gesehen, kein Hinweis sei aus der Bevölkerung eingegangen.

"Nur aufgrund der Aussage der jungen Frau, die den Täter, Umstände und den Lieferwagen beschrieb, konnten wir den mutmaßlichen Täter ermitteln", sagte Jana Kralisch. Der Mann ist bisher polizeilich nicht aufgefallen. Dennoch prüft die Kriminalpolizei jetzt auch einen möglichen Zusammenhang mit einem Überfall im Mai im nahen Ammersbek auf eine Joggerin. Und im Februar vergewaltigte in Reinbek ein unbekannter Mann eine Frau (30), im März fiel ihm eine 22-Jährige zum Opfer. Anne H. geht es nach wie vor nicht gut, sie wird psychisch betreut. "Sie hat unvorstellbar Grausames erleiden müssen, aber sie lebt. Das ist ein großes Wunder und Geschenk", schrieb die Mutter des Opfers, Eva H. (44), am Mittwoch auf der Internetseite, die ihr Arbeitgeber eigens für die Suche nach der 25-Jährigen eingerichtet hatte. Die Aktion hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

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