Digitalisierung : 200 Jahre Geschichte online

Übergaben Eutiner Geschichte auf einem USB-Stick: Dr. Martin Lüdiger und Landrat Reinhard Sager an Regine Jepp.  Foto: michael kuhr
Übergaben Eutiner Geschichte auf einem USB-Stick: Dr. Martin Lüdiger und Landrat Reinhard Sager an Regine Jepp. Foto: michael kuhr

Die ersten 15 Jahre Heimatgeschichte von1802 bis 1817 sind bereits digitalisiert. Die Fertigstellung ist für den Sommer vorgesehen.

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31. Januar 2011, 10:51 Uhr

Eutin | Die Geschichte der Stadt Eutin wird seit dem 26. Oktober 1802 nahezu lückenlos vom Ostholsteiner Anzeiger mit seinen verschiedenen Titeln begleitet. Dieser Fundus an Geschichten aus der Stadt und aus der Region wird jetzt digitalisiert. Sparkassendirektor Dr. Martin Lüdiger übergab gestern im Rahmen der Matinee der Landesbibliothek gemeinsam mit Landrat Reinhard Sager einen USB-Stick mit den ersten 15 digitalisierten Zeitungen von 1802 bis 1817 an Regine Jepp von der Bürgergemeinschaft Eutin.

Das Projekt, das Jahrhunderte alte Zeitungstradition mit der Modernität neuer Medien verknüpft, ist von der Bürgergemeinschaft Eutin, der Sparkassen-Stiftung der Eutiner Landesbibliothek, der Kulturstiftung des Kreises Ostholstein, der Stadt Eutin, des Landes Schleswig-Holstein, des Heimatverbandes Ostholstein und dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag, in dem OHA erscheint, gemeinsam auf den Weg gebracht worden. Zusammen bringen sie knapp über 20 000 Euro für dieses zukunftsweisende Projekt auf.

Dr. Frank Baudach, Leiter der Landesbibliothek, bezeichnete die Digitalisierung der alten Zeitungen gestern als eines der wichtigsten Projekte der Landesbibliothek in diesem Jahr. Der OHA sei die älteste in Schleswig-Holstein noch erscheinende Tageszeitung. Baudach: "Die Quelle ist für die Region ausgesprochen wichtig." Derzeit werde der OHA in der Landesbib-

liothek noch im Mikrofilm vorgehalten. Aber auch das alte Papier der über 200 Jahre alten "Eutinischen wöchentlichen Anzeigen" sei vom Zerfall bedroht.

Große Freude auch bei Regine Jepp, Vorsitzende der Bürgergemeinschaft: "Wir haben bei der ersten Durchsicht schon viele schöne Geschichten entdeckt." Darunter sei ein Stück über die erste städtische Müllabfuhr, über den Eutiner Nachtwächter, der Unterricht für Mädchen im Hinterzimmer einer Gaststätte oder die Vermietung von zwei Stehplätzen in der Michaeliskirche.

Künftig ergeben sich für den Bereich von Malente bis südlich von Ahrensbök sowie bis an die Ostseeküste "ungeahnte Recherchemöglichkeiten". Dr. Frank Baudach zeigte sich zuversichtlich, das ab Sommer die historischen Zeitungen von 1802 bis 2001 im Direktzugriff über die Homepage der Landesbibliothek Eutin online zu lesen sind. Mit der Digitalisierung von 324 Mikrofilmen, die in der Landesbibliothek lagerten, seien die gemeinnützigen Elbe-Werkstätten in Hamburg beauftragt.

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