Hüttener Berge / Bordesholm : Nach 40 Kilometern Verfolgungsjagd in den Knast

Die Autobahnpolizei hat auf der A7 eine Betrügerin gestoppt. Zuvor war die 48-Jährige vor den Beamten geflohen - 40 Kilometer weit.

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28. Juni 2011, 11:48 Uhr

Dass Frauen vor der Polizei davonrasen und zudem noch mehr auf dem Kerbholz haben, ist selten. Beamten der Autobahnpolizei Schleswig fiel am Wochenende am A7-Rastplatz Hüttener Berge bei Rendsburg ein parkender Kia mit Oldesloer Kennzeichen auf, dessen Tüv-Termin seit über einem Jahr abgelaufen war. Als die Polizisten die Fahrerin kontrollieren wollten, reagierte sie zunächst nicht, fuhr dann langsam an - gab schließlich Gas und raste auf der A7 gen Süden davon. "Weitere Haltzeichen mit Anhaltekelle und Laufschrift" habe die Frau missachtet, so Polizeisprecher Matthias Glamann. Erst nach 40 Kilometern Verfolgungsjagd wurde die Fahrerin mit ihrem Wagen in Höhe Bordesholm von weiteren Streifenwagen ausgebremst.
Tatsächlich hätte der Kia der Frau längst stillgelegt werden sollen, stellten die Beamten fest. Die 48-Jährige aus dem Kreis Stormarn wurde zudem per Haftbefehl wegen Betruges und Verstoßes gegen das Waffengesetz gesucht. Sie habe im Jahr 2009 mit fingierten Überweisungen ihren geschiedenen Ehemann um 26.500 Euro betrogen, teilte Günter Möller, Sprecher der Staatsanwaltschaft Lübeck auf Nachfrage von shz.de mit. Zudem sei sie beim Tragen einer geladenen Pistole erwischt worden. Die Frau sei bereits angeklagt und verurteilt worden. "Danach ist sie abgetaucht", berichtete Möller.
Die Autobahn-Raserei der 48-Jährigen endete noch am Wochenende im Lübecker Gefängnis, ihr Auto wurde abgeschleppt.
(blu, shz)

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