Zuversicht und Verantwortung

Adolf Bergmann Bürgervorsteher
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Adolf Bergmann Bürgervorsteher

250 Menschen nehmen am Neujahrsempfang der Stadt Uetersen teil / Einladung zur Landesgartenschau in Wittstock ausgesprochen

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14. Januar 2019, 16:05 Uhr

Bürgervorsteher Adolf Bergmann (kleines Foto, CDU) und Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) hatten gestern zum Neujahrsempfang der Stadt Uetersen in die Schulmensa an der Bleekerstraße eingeladen und zirka 250 Bürger, darunter Mitglieder des Landtages Schleswig-Holstein, des Kreistages, Vertreter der Nachbarkommunen, Kirchen, der Ratsversammlung sowie der Appener Unteroffizierschule der Luftwaffe, kamen dieser Bitte nach. Auch eine Delegation aus Uetersens Partnerstadt Wittstock konnte begrüßt werden. An der Spitze: der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Burkhard Schultz (Wählergemeinschaft Kreisbauernverband) und Bürgermeister Jörg Gehrmann (parteilos).

Gehrmann nutzte die Gelegenheit und lud alle Uetersener ein, an der Landesgartenschau 2019 teilzunehmen, die am Donnerstag, 18. April, in Wittstock beginnt − um 10 Uhr, wie Gehrmann ergänzte. Ohnehin gibt es bereits Pläne eines Besuchs dieser Großveranstaltung. Darauf machte die Bürgermeisterin aufmerksam. So wird es am 15. Juni Gelegenheit für eine bequeme Anreise geben, nämlich per Reisebus. Näheres dazu werde demnächst bekanntgegeben, sagte Hansen.

Mut, Zuversicht und Bereitschaft zur Verantwortung − das waren drei Vokabeln, die gestern eine zentrale Bedeutung einnahmen. Sowohl der Bürgervorsteher als auch die Bürgermeisterin luden dazu ein, Politik und Verwaltung im Dialog zu unterstützen.

Dieser Empfang gebe Gelegenheit zum Gedankenaustausch und für anregende Gespräche, formulierte Bergmann, der auch Themen benannte, über die es sich lohne, zu kommunizieren: Klimawandel, Artensterben, soziale Ungerechtigkeiten und die Vermüllung der Weltmeere beispielsweise.


500 Arbeitsplätze sind in Gefahr

Die Konjunktur laufe gut in Deutschland, das Rückgrat jeder Gemeinde bilde eine stabile und erfolgreiche Wirtschaft, lenkte Bergmann die Blicke auf die derzeitige Situation in Uetersen. „Das Schicksal unserer Traditionsfirmen Hatlapa und Feldmühle mit dem im schlimmsten Falle Verlust von 500 Arbeitsplätzen macht betroffen, denn hinter jedem Arbeitsplatz stehen Familien mit ungewisser Zukunft.“

Und obwohl es daher derzeit nicht zum Besten bestellt sei in der Rosenstadt, sei er umso dankbarer dafür, „dass es hier bei uns in Uetersen in den allermeisten Fällen ein ehrliches, vertrauensvolles Miteinander aller beteiligten Kräfte gibt. Und ich bin stolz darauf, was wir gemeinsam im vergangenen Jahr zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger erreichen konnten.“

Uetersen habe viel in den Sektor Bildung investiert und dabei leider über die Verhältnisse gelebt. Doch müssten Politik und Verwaltung weiterhin den veränderten Lebenslagen und Bedürfnissen der Familien Rechnung tragen. Bergmann mahnte in diesem Zusammenhang das Konnexitätsprinzip und seine Berücksichtigung an. Also eine verlässliche, planbare und gute Aufgaben- und Lastenverteilung zwischen Bund, Land und Kommunen. Überhaupt werde in Uetersen viel geplant und gebaut. Als Beispiele führte er die Pinnau-Wohnungsbaugenossenschaft an, die bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stelle.

Bergmann dankte der ehrenamtlichen Seite in Uetersen, ohne die es eine menschliche Eiszeit gebe. Und er freue sich auf die Fortsetzung des Dialogs mit der gesamten Bürgerschaft.

Hansen thematisierte ebenfalls den Dialog − als zentrale Größe des gemeinsamen Zusammenlebens. Gutes entstehe aus Zusammenarbeit und Teilen, aus Dialog und Lernen, aus gemeinsamem Handeln und nicht durch Ausgrenzung und Hass auf den Anderen.


Zuversicht als Richtschnur

Sie empfahl, sich von der Zuversicht lenken zu lassen. So wisse sie, dass Uetersen als immer attraktiver empfunden werde. Die Zahl der Einwohner sei erneut gestiegen und kratze an der 19 000er-Marke. Uetersen sei ein Ort der kurzen Wege mit Wirtschaft, Wohnraum, allen Schulen, mit Kultur und Infrastruktur. Doch wo Licht sei, da sei auch Schatten. In diesem Zusammenhang erinnerte Hansen an die doppelte Pleite der Feldmühle im vergangenen Jahr. „Die Beschäftigten trifft keine Schuld an dem, was Finanzinvestoren zu verantworten haben. Die Beschäftigten haben Opfer gebracht, aber sie werden jetzt nicht genug dafür belohnt“, formulierte sie. Sie hoffe, was auch immer komme, dass gute Transferwege mit umfassenden Qualifizierungsangeboten an diejenigen finanziert werden, die sich umorientieren müssten.

Für Uetersen sei 2018 ein Jahr der Investitionen und der Stadtentwicklung gewesen. Man sei bei der Konsolidierung des Haushalts vorangekommen und habe viel investiert. 1,5 Millionen zum Beispiel in den Bildungssektor , aber auch in die Verkehrsberuhigung sowie in Unterstützuung bei Lernschwächen und Armut.

Man arbeite gut zusammen in Uetersen. In diesem Zusammenhang würdigte sie die Verdienste aller ehrenamtlich Tätigen in der Stadt. Eine Absage erteilte sie den Seiten, die Angst schüren würden: Niemand müsse das Spiel der Angstmacher mitspielen. Jeder könne Verantwortung übernehmen. Die Grundlage dafür sei das Gespräch, ob am Lagerfeuer wie früher oder an Stehtischen wie heute.

Die muntere Plauderei begann dann unmittelbar nach den Ansprachen. Für eine süße Grundlage der guten Gespräche hatte Hansen gesorgt: Sie hatte Berliner gekauft. Seite 6

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