Handball-Bundesliga : Zurückhaltung beim deutschen Meister

Die SG Flensburg-Handewitt in der Saison 2018/19.

Die SG Flensburg-Handewitt in der Saison 2018/19.

Die SG Flensburg-Handewitt weist die Favoritenrolle nach dem personellem Umbruch von sich.

shz.de von
03. August 2018, 09:54 Uhr

Flensburg | Es ist ein Gefühl, das die SG Flensburg-Handewitt 14 Jahre nicht hatte. Das Gefühl, vor einer neuen Saison in der Handball-Bundesliga der Gejagte zu sein. Doch daran müssen sich die Spieler des deutschen Meisters gewöhnen. Denn für die Konkurrenz gilt in der neuen Spielzeit nur eins: Flensburg vom Thron zu stoßen.

Am Donnerstag gab der Meister mit seiner Saisoneröffnungs-Pressekonferenz den Startschuss für die Mission Titelverteidigung. Wobei davon im SG-Lager nach dem Umbruch im Sommer keiner redet. „Es ist schön, Träume zu haben. Aber es ist auch von Vorteil, realistisch zu sein“, sagte Trainer Maik Machulla. Er steht in seinem zweiten Jahr als SG-Coach vor der schwierigen Aufgabe, gleich sechs neue Spieler zu integrieren. „Das braucht Zeit“, weiß Machulla. „Aber wir werden alles tun, um unser Niveau so schnell wie möglich wieder zu erreichen.“

Wenig Bundesliga-Erfahrung

Von den Flensburger Neuzugängen kennen einzig Torwart Benjamin Buric (HSG Wetzlar) und das Kreisläufer-Talent Johannes Golla (MT Melsungen) die Bundesliga. Für Linksaußen Magnus Jöndal, Kreisläufer Simon Hald, Keeper Torbjörn Bergerud und Rückraumspieler Göran Johannessen – alle kamen aus Dänemark – ist sie dagegen Neuland. Geschäftsführer Dierk Schmäschke mahnt daher zu Geduld: „Es war eine mutige, aber richtige Entscheidung, die Mannschaft so zu verändern. Nun braucht sie Vertrauen.“

Besonders spannend wird es im Tor, wo sich mit Buric und Bergerud nach dem Karriereende von Mattias Andersson und dem Abschied von Kevin Möller gleich zwei neue Torhüter mit dem Mittelblock um Tobias Karlsson einspielen müssen. Wer dort neben dem Kapitän deckt, muss sich nach den Abgängen von Henrik Toft Hansen und SG-Urgestein Jacob Heinl ebenfalls erst noch zeigen.

Personalengpass im Rückraum

Schwer dürfte auch das Fehlen von Thomas Mogensen, dem emotionalen Leader der SG, wiegen. Gerade zu Saisonbeginn stehen die Flensburger nach seinem Abschied im Rückraum vor einer echten Herausforderung, weil Göran Johannessen nach einer Operation am Sprunggelenk vorerst ausfällt. Der Norweger selbst hofft zwar, bis Mitte Oktober wieder fit zu sein, Machulla plant aber noch länger ohne ihn und dafür mit dem niederländischen Youngster Dani Baijens. „Er macht es in der Vorbereitung bisher richtig gut“, lobt der Trainer.

Angesichts des personellen Umbruchs vermeidet Machulla es, ein konkretes Saisonziel zu formulieren. Favoriten sind aus seiner Sicht ohnehin andere, allen voran der THW Kiel, gegen den die Flensburger schon kommenden Donnerstag im Rahmen des sh:z-Sportsommers in Neumünster um den Flens-Cup spielen (19 Uhr), und die Rhein-Neckar Löwen. Für die SG gelte es erst einmal, sich in Position für die Champions-League-Plätze zu bringen. „Und dann sind die Final Fours in Hamburg und Köln natürlich immer ein Ziel“, betont der SG-Coach.

Vertragsverlängerungen und höherer Etat

Gleich mehrere positive Nachrichten hatte Dierk Schmäschke im Gepäck. So wurden die Verträge mit Anders Zachariassen (bis 2021) und Magnus Röd (bis 2022) vorzeitig verlängert. Wirtschaftlich ist die SG gut aufgestellt, der Etat konnte von 6,5 auf knapp sieben Millionen Euro aufgestockt werden, weil unter anderem Hauptsponsor „Dänisches Bettenlager“ sein Engagement erhöhte.

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