Groß Wittensee : Zu Besuch bei einem Wahrzeichen

Dinkelmehl, Weizenbackschrot und mehr verkauft Gaby Graw. Das Getreide wurde in der Mühle „Auguste“ gemahlen.
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Dinkelmehl, Weizenbackschrot und mehr verkauft Gaby Graw. Das Getreide wurde in der Mühle „Auguste“ gemahlen.

Bundesmühlentag lockt gestern zahlreiche Besucher an und in die Windmühle „Auguste“ in Groß Wittensee

shz.de von
21. Mai 2018, 19:36 Uhr

Die Sonne scheint, der Himmel ist fast wolkenfrei, die Vögel zwitschern und der Wittensee plätschert vor sich hin. Es ist ein ruhiger, sonniger Tag in Groß Wittensee. Entfernt man sich aber ein paar Meter vom See und geht einen kleinen Berg hinauf, zeigt sich schon ein ganz anderes Bild: Hier parken zahlreiche Autos, Menschen reden, irgendwo erklingt Musik. Es ist wieder Bundesmühlentag – und der lockt einmal mehr zahlreiche Besucher an die Windmühle „Auguste“.

„Wir wollen die Mühle präsentieren“, sagt Christoph Kaptein. Er ist Vorsitzender des Mühlenvereins zur Erhaltung der Groß Wittenseer Windmühle, der die Müllerfamilie Lemke bei der Instandhaltung und Präsentation der Mühle unterstützt. Die Teilnahme am Bundesmühlentag hat Tradition. Hier präsentiert sich „Auguste“ und es finden sich auch immer wieder Mühlenliebhaber, die den Verein unterstützen wollen: „Zwei bis drei Eintritte gibt es gewöhnlich auf dem Mühlentag“, sagt Christoph Kaptein und betont, dass sie sich über neue Mitglieder freuen. Derzeit zählt der Mühlenverein zur Erhaltung der Groß Wittenseer Windmühle gut 130 Mitglieder.

Damit, die Mühle den Besuchern vorzustellen, ist Müller Hans Lemke auch an diesem Tag beschäftigt. Immer wieder steigen Menschen „Auguste“ unters Dach, um sich hier von ihm die Technik und den Mahlvorgang erklären zu lassen. „Speziell für Technikinteressierte ist das sehr schön“, meint der Vorsitzende.

Was aus dem Getreide wird, wenn es gemahlen ist, ist dann ein Stockwerk tiefer zu sehen: Hier wird unter anderem in der Mühle gemahlenes Dinkelmehl, Weizenbackschrot und Roggenbackschrot verkauft. Wer es lieber schon in gebackener Form haben möchte, kann auch Dinkelweizenbrötchen, Dinkelbrot und Roggenweizenbrot erwerben. Außerdem gibt es Kuchen, Kaffee, Waffeln, Erbsensuppe, Schmalzbrot und Bockwurst.

Neben der Mühlenführung gehören unter anderem der Gottesdienst mit Pastor Thies Feldmann und die Bilderausstellung „Verschwundene Mühlen in Bildern gezeigt“ von Norbert Skwara zum Programm. Das Soundorchester Owschlag sorgt für die musikalische Untermalung des Tages und die Tanzgruppe es DRK Groß Wittensee zeigt ihr Können. Außerdem erklärt Fritz Reimer, wie Mahlsteine geschärft werden. Beim Luftballonwettbewerb können Kinder und Erwachsene ihre Ballons auf die Reise schicken. „Im vergangenen Jahr war die weiteste Strecke 168 Kilometer“, berichtet Christoph Kaptein.

Ute Kuhr hat mit ihrem Vater früher Getreide zum Mahlen zur Mühle gebracht. Zum Mühlentag ist sie wieder da. Dass so etwas veranstaltet wird, sei gut. „Die Mühle ist das Wahrzeichen des Dorfes“, so die Groß Wittenseerin. „Die, die hier wohnen, sind sehr interessiert daran, sie zu schützen.“

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