Zoff im Uetersener Bauausschuss

Der Zuschauerraum war gut gefüllt am Donnerstag.
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Der Zuschauerraum war gut gefüllt am Donnerstag.

Pinnau-Wohnungsbaugenossenschaft von Bernd Möbius (Grüne) angegriffen / Vorstandsvorsitzender Manfred Kiewald wehrt sich

shz.de von
07. Juli 2018, 16:05 Uhr

Neuer Versuch, wieder gescheitert! Es bleibt dabei: An der Jahnstraße wird kein zweites Hochhaus, werden keine Sozialwohnungen entstehen. Der Bauausschuss, der erstmals unter der Leitung von Dirk Woschei (Foto, SPD) zusammengekommen ist, hat am Donnerstagabend einen FDP-Antrag mehrheitlich abgelehnt.

Rolf Maßow ist mit seinen Liberalen inzwischen Chef einer eigenen Fraktion. In der alten Wahlperiode war FDP-Mann Maßow Teil der CDU-Fraktion. Schon damals dürfte er Bauchschmerzen mit der Haltung der Christdemokraten gehabt haben, die Idee, an der Jahnstraße ein zweites Hochhaus bauen zu lassen, zu verwerfen. Das geschah damals auch mit Verweis auf mögliche Konflikte durch die angrenzenden Sportplätzen. Befürchtet wurde zuviel Lärm für die Bewohner. Mehrheitsbeschaffer für ein Nein war damals die BfB-Fraktion, die die Teilüberbauung des dortigen Spielplatzes verhindern wollte.


Keine Einzelprojekte mehr in Uetersen

Jetzt also der Antrag vom FDP-Fraktionsvorsitzenden, der jedoch krachend scheiterte, nun auch wegen eines Neins der Grünen. Deren Fraktionschef, Bernd Möbius, sagte, dass seine Fraktion kein Einzelprojekte mehr wolle, sondern eine Vision für Uetersen, eine Art Leitbild. Damit solle festgelegt werden, wo in Uetersen in Zukunft geplant oder gebaut werden darf. Die Pinnau könne das alles, was sie derzeit vorhabe, sowieso nicht finanzieren, so Möbius.

Das machte den anwesenden Manfred Kiewald, Vorstandsvorsitzender der Uetersener Baugenossenschaft, zorning. Als er vom Ausschuss Rederecht erhielt, stellte er klar, dass die Stadt damals an die Genossenschaft herangetreten sei, und die Bereitschaft nach einem Tätigwerden an der Jahnstraße erfragt habe. Nicht er, nicht die Genossenschaft also, habe sich um das Grundstück bemüht. Allerdings sei die Pinnau jederzeit in der Lage, an der Jahnstraße 35 Sozialwohnungen bauen zu lassen. Insofern verbat er sich Äußerungen zur finanziellen Situation. Möbius ruderte anschließend zurück. Er habe nicht die Pinnau angreifen wollen, sagte er.

Die Sozialdemokraten sprangen Maßow bei. Man könne das Bauvorhaben ohne Weiteres wieder aufnehmen. Bislang sei überhaupt nicht klar, ob die Pinnau oder irgendein anderer Bauträger dort bauen werde. Rein formal gehe es erst einmal ums Bauplanungsrecht. Erhard Vogt (SPD) sprach sich, wie andere Genossen auch, für die Wiederaufnahme des betreffenden Bebauungsplanes aus. Sozialer Wohnungsbau sei wichtig, Uetersen habe dafür kaum noch Flächen. Außerdem habe die Pinnau in ihrer Zeichnung das Haus so geplant, dass sich zum Sportplatz hin gar keine Fenster befinden. Weitere Redner wollten wissen, wie das möglich sei, schließlich wurde der FDP-Antrag mit den Stimmen von CDU, BfB und den Grünen zurückgewiesen. SPD und FDP konnten sich alleine nicht durchsetzen.

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