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Zeitung in der Kita: Mehr als nur Hüte basteln

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Projekt startet am 10. Februar mit 4500 teilnehmenden Kindern / Welt der digitalen Medien wird erstmals mit eingebunden

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 13:40 Uhr

Das erfolgreiche Projekt Zeitung in der Kindertagesstätte (ZiKiTa) geht in die nächste Runde. Bereits zum sechsten Mal werden 4500 Kinder überall in Schleswig-Holstein verteilt einen Monat lang mit den Tageszeitungen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags und des A. Beig-Verlags versorgt. Spielerisch sollen sie schon in jungen Jahren den Umgang mit dem Medium kennen lernen. Zur großen Auftaktveranstaltung im Druckzentrum des sh:z in Büdelsdorf kamen gestern die Erzieher der 163 teilnehmenden Kitas.

Bis jeder schließlich eine Sitzgelegenheit gefunden hatte, dauerte es ein bisschen. Denn statt der geplanten 100 Gäste kamen gleich 130 Erzieher aus dem ganzen Land nach Büdelsdorf. „Das ist ein tolles Signal für uns. Das Interesse an dem Projekt steigt und steigt“, sagte Geschäftsführer Christian Arbien zu dem großen Andrang.

Als der Verlag mit dem Pilotprojekt 2009 startete, waren die Bedenken zunächst groß, erinnerte er sich. Denn wie will man einem Kind die Zeitung nahe bringen, dass noch gar nicht lesen kann? Doch Anke Pidun vom pädagogischen Partner „mct media consulting team“ aus Dortmund zeigte den Erziehern verschiedene Möglichkeiten auf. Dabei gehe es um viel mehr, als nur lustige Hüte oder Pappmaschee-Figuren zu basteln. Die Kinder sollen die Schrift entdecken, mit Buchstaben vertraut werden und auf neue Themen stoßen. Sie finden vielleicht einige Bilder in der Zeitung interessant und tauschen sich dann darüber aus. So werde ihre Sprachfähigkeit gefördert, erklärte Pidun.

Auch spiele das Vorlesen eine entscheidende Rolle. Denn während des Projekts bekommen auch die Eltern der Kinder eine Zeitung nach Hause geliefert. „Eltern sollen ihren Kindern wieder mehr vorlesen. Das können wir so erreichen.“

Neu ist in diesem Jahr der Bereich der digitalen Medienwelt. Auch in den Kitas soll schon der Umgang mit Tablet-PCs geübt werden. Schließlich habe bereits jede vierte Familie mit Kindern solch ein Gerät zu Hause, erzählte Anke Pidun. Sie werden immer früher damit konfrontiert und deshalb fordert sie: „Wir müssen den sinnvollen Einsatz digitaler Medien fördern.“ Ein Suchspiel mit der ePaper-App der Tageszeitungen ist dabei nur eine Möglichkeit.

Neben den begleitenden Materialien spielt auch die Kinderseite eine entscheidende Rolle bei ZiKiTa. Die Redakteurin für Kindernachrichten, Ina Reinhart, widmet sich während des Projekts auf der täglich erscheinenden Kinderseite in diesem Jahr dem Thema Olympia. Dort gibt es eine Geschichte über eine 15-jährige Olympiateilnehmerin und einen Artikel über die Frage, wie eigentlich Schnee entsteht. Natürlich dürfen auch die beiden Figuren Piet und Paula nicht fehlen. Der Wal und die Ente werden sich ebenfalls dem Wintersport widmen.

Viele der Erzieher, die gestern nach Büdelsdorf gekommen sind, machen zum ersten Mal bei ZiKiTa mit, so auch Sibyll Potrafke aus Wattenbek. Ihre Kolleginnen hatten bereits an dem Projekt teilgenommen, jetzt möchte sie selber aktiv werden. Besonders interessant sei für sie dabei, wie Zeitung überhaupt entsteht. „Ich möchte, dass die Kinder auch mal sehen, wie die Zeitung hier gedruckt wird“, sagte sie, und freut sich schon jetzt darauf, mit ihrer Gruppe das Druckzentrum zu besichtigen.

Auch für Britta Terlinden vom Kindergarten der Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig (ADS) in Flensburg ist das Projekt Neuland. Ihren Schützlingen habe sie bereits erzählt, dass jeder bald täglich eine Zeitung bekomme. „Die Kleinen sind jetzt schon ganz wild auf die Zeitung und fragen, wann es denn endlich losgeht.“ Dass auch die digitale Medienwelt eingebunden werde, ist für die Erzieherin besonders wichtig. Schließlich sei die Zukunft nun mal digital: „Wir haben die Aufgabe, sie darauf so früh wie möglich vorzubereiten und im Umgang zu unterstützen.“




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