Muhls WM-Ecke : WM-Pleite wird zur Staatsaffäre

Frühestens am 24. August wollen DFB-Cheftrainer Jogi Löw und Sportdirektor Oliver Bierhoff eine sportliche Analyse präsentieren.
Frühestens am 24. August wollen DFB-Cheftrainer Jogi Löw und Sportdirektor Oliver Bierhoff eine sportliche Analyse präsentieren.

Die Analyse von Jogi Löw wird vom Volk mit Spannung erwartet. Sie scheint bedeutungsvoller als jede Regierungserklärung, meint sh:z-Sportchef Jürgen Muhl.

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15. Juli 2018, 13:56 Uhr

Flensburg | Würde es eines Beweises bedürfen, dass der Fußball mittlerweile die Gesellschaftspolitik bestimmt, so wird dies nach dem peinlichen und frühen WM-Aus der deutschen Mannschaft täglich frei Haus geliefert. Während die Funktionäre des Deutschen Fußball-Bundes abtauchen, macht es der Bundestrainer wie Mesut Özil. Jogi Löw hat es die Sprache verschlagen. Frühestens am 24. August will er reden. Dann endlich muss der Cheftrainer zusammen mit seinem Sportdirektor Oliver Bierhoff eine sportliche Analyse präsentieren. Dieses Schriftstück wird vom Volk mit großer Spannung erwartet, es scheint bedeutungsvoller als jede Regierungserklärung. Die WM-Pleite hat längst den Anspruch einer Staatsaffäre erlangt.

Wirft doch der Grünen-Politiker Cem Özdemir dem DFB „verbandsinterne Feigheit“ vor. Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mischt im Strafraum-Getümmel mit. „Irgendjemand beim DFB, in dem lauter kluge und hochbezahlte Leute sind, hätte dafür sorgen müssen, dass das nicht so eskaliert.“ Sagt Schäuble.

Aiman Mazyek muss man nicht kennen. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland fordert gar DFB-Chef Grindel sowie Bierhoff zum Rücktritt auf. Welch eine freche Einmischung in deutsche Staatsangelegenheiten. Wobei der Mann gar nicht so Unrecht hat. Grindel und Bierhoff hätten die Profis Özil und Gündogan nicht mit zur WM nehmen sollen.

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