Wenn – dann auch richtig

becks

Rebecca_Nordmann-7304.jpg von
30. Oktober 2018, 15:56 Uhr

 von Rebecca Nordmann

„Unter Gleichstellung versteht man die Maßnahmen der Angleichung der Lebenssituation von im Prinzip gleichberechtigten heterogenen Bevölkerungsgruppen.“ Das ist die Definition eines bekannten Online-Lexikons. Ob diese Maßnahmen nun besser im Hauptamt oder im Ehrenamt zu bewerkstelligen sind, hat das Lexikon offen gelassen. Aber darüber haben sich in den vergangenen Wochen ja andere ausführlich unterhalten. Mit mäßigem Erfolg. Gerade mal 13 Stadtvertreter von 25 sprachen sich für eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte aus, 14 stimmten danach für die zwingend erforderliche Satzungsänderung, die die Beschäftigung einer Hauptamtlerin überhaupt erst erlaubt. Putzigerweise votierten alle 25 für den Stellenplan, der eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte in Teilzeit mit zwölf Wochenstunden ausweist. Hm. Am Rande noch etwas Anderes: Die Gemeindeordnung verbietet eine Teilzeitstelle der Gleichstellungsbeauftragten mit weniger als der Hälfte der Stundenzahl einer Vollzeitstelle. Die jetzt beschlossenen zwölf Wochenstunden dürften kaum 50 Prozent einer Vollzeitbeschäftigung in der Verwaltung entsprechen. Zwar schließt dieses Verbot an das grundsätzliche Erfordernis eines Hauptamtes in Gemeinden mit mehr als 15 000 Einwohnern an. Gleichwohl könnte man zumindest auf den Gedanken kommen: Wenn Hauptamt (in diesem Fall mit der Zuständigkeit für Stadt und Amt, also für etwa 11 000 Menschen) – dann auch richtig. Aber das ist nur ein Gedanke.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen