Weniger Straftaten in Schenefeld

Nina Scheper hat ihren Dienst in Schenefeld Anfang des Jahres angetreten.
Nina Scheper hat ihren Dienst in Schenefeld Anfang des Jahres angetreten.

Die neue stellvertretende Stationsleiterin Nina Scheper stellt die aktuelle Kriminalitätsstatistik vor

shz.de von
10. Juli 2018, 16:00 Uhr

Gute Nachrichten aus Schenefeld: Die Straftaten gehen insgesamt gesehen zurück. Das zeigt die aktuelle Kriminalitätsstatistik der Kommune. „In Schenefeld lebt es sich sicher“, sagt auch Nina Scheper, die neue stellvertretende Stationsleiterin, die Anfang des Jahres ihren Dienst in der Düpenaustadt angetreten hat. Sie hat die Zahlen auf Anfrage unserer Zeitung erläutert.

Auffallend ist die Aufklärungsquote, die im Jahr 2017 bei 43,9 Prozent lag. Im Vorjahr konnten nur 34 Prozent der Fälle geklärt werden. Laut Scheper liegt dies vor allem daran, dass die Sonderkommission Wohnungseinbrüche des Kreises Pinneberg und der Stadt Hamburg so erfolgreich war. „Da ist viel Energie und Personal reingeflossen“, sagt die 40 -jährige Hamburgerin. Besonders hoch ist die Aufklärungsquote bei den sogenannten Rohheitsdelikten. Dort liegt die Quote bei 93,5 Prozent (Vorjahr 88,4 Prozent). Diese hohe Zahl sei jedoch dadurch zustande gekommen, weil sich Täter und Opfer meistens kennen, erläutert die Polizeihauptkommissarin. Die Aufklärung der Sachbeschädigungen liegt hingegen 2017 bei gerade einmal 9,8 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 16 Prozent der Delikte, die aufgelöst werden konnten. Dies sei darin begründet, dass Sachbeschädigungen klassischerweise von unbekannten Tätern verübt werden. „Das liegt in der Natur der Sache.“ Bei einem zerkratzten Lack am Auto könne beispielsweise schwer nachvollzogen werden, wer die Tat begangen hat.

Diebstähle von Fahrrädern seien zwar weiterhin ein Problem, erläutert die Polizistin. Jedoch sind es mit mit 135 im Jahr 2017 deutlich weniger als 2016 (214 Fälle). Die Kriminalität sei in Orten mit einer Bahnverbindung wie Pinneberg und Halstenbek deutlich gravierender, sagt Scheper.

Sehen lassen kann sich die Statistik zu den Diebstählen aus Wohnungen. Die Zahl der Fälle sank von 84 im Jahr 2016 auf 46 im Jahr 2017. Auch hier agiert eine Sonderkommission, die offenbar einen Teil der Fälle im Vorfeld verhindert hat.

Prävention lautet das Stichwort: Die Polizei ist vermehrt Streife gefahren und hat Großkontrollen durchgeführt – besonders in der Dämmerung im Winter. Denn dann schlagen die Täter besonders häufig zu. Zudem sei der Informationsaustausch zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg gebündelt und verbessert worden. „Das ist gut gelaufen. Man hat das einfach als Schwerpunkt erkannt“, urteilt die stellvertretende Stationsleiterin. Zumeist handele es sich um Banden, die dem organisierten Verbrechen zugeordnet werden. Dies lasse sich nur bedingt aufhalten, gibt Scheper zu. Zumeist finde dann eine Verschiebung in andere Regionen statt.

In Schenefeld gab es im Jahr 2017 insgesamt zehn Sexualstraftaten, zwei sexuelle Missbräuche (2016: fünf Fälle), zwei exhibitionistische Handlungen (2016: vier Fälle) und zwei Vergewaltigungen (2016: zwei). Zumeist handele es sich bei den Tätern um Personen aus dem persönlichen Umfeld des Betroffenen. „In der Regel sind das Beziehungstaten“, führt sie aus. Vom „bösen fremden Mann“ gingen die wenigsten Taten aus. „Illusionen braucht man sich da nicht zu machen“, macht Scheper deutlich. Die Dunkelziffer sei hoch. Wichtig sei es, die Augen in seinem Umfeld offen zu halten.

Aus Sicht der Polizistin sind die Zahlen der Kriminalitätsstatistik „nicht besorgniserregend“. Sie empfiehlt den Bürgern, auffällige Sichtungen zu melden, und lieber einmal zu viel als einmal zu wenig bei der Polizei anzurufen. „Jedes abgelesene Kennzeichen ist unter Umständen hilfreich“, sagt sie.

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