Dänischenhagen : Was für ein Zirkus

Keine Angst vor großen Tieren hatten die Mädchen, als Alexander Quaiser (re.) ihnen den 2,50 Meter langen Python übergab.
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Keine Angst vor großen Tieren hatten die Mädchen, als Alexander Quaiser (re.) ihnen den 2,50 Meter langen Python übergab.

Jonglage, Scherben und ein Riesenpython: Dänischenhagener Schüler haben in dieser Woche Unterricht der besonderen Art.

shz.de von
06. Juni 2018, 16:38 Uhr

Wer träumt als Kind nicht davon, Artist zu sein? Für die Erst- bis Viertklässler der Grundschule Dänischenhagen wurde dieser Wunsch wahr. Seit Montag bis einschließlich Freitag gastiert der Zirkus Quaiser auf der Wiese am Erlenweg, hinter der Schule. Und es ist nicht irgendein Zirkus, es ist ein Projektzirkus, der Schulen besucht und den Kindern das Zirkusleben näher bringt. Zirkus Quaiser, 1886 gegründet, wird in fünfter Generation von Jakob Quaiser, Ehefrau Sonja, den Söhnen Tomi, Alexander und Henry sowie Schwiegertochter Diana betrieben. „Seit 16 Jahren machen wir den Projektzirkus an Schulen und sind damit dermaßen ausgebucht, dass wir mit dem eigentlichen Tournee-Zirkus so gut wie gar nicht mehr unterwegs sind“, so der Senior.

Darauf gekommen war man in Wyk auf Föhr, wo der Zirkus 17 Jahre in Folge gastierte. Zirkus und Kurverwaltung hatten die Idee, ein Projekt zu starten, bei dem Ferienkindern der Zirkus näher gebracht werden sollte. Das kam so gut an, dass man sich entschied, das Gleiche auch für Schulen anzubieten. Vor vier Jahren war Zirkus Quaiser das erste Mal in Dänischenhagen zu Besuch. „Alle vier Jahre machen wir eine solche Projektwoche mit dem Zirkus Quaiser, damit jedes Kind einmal die Chance hat, mitzumachen“, so Lehrerin Isabel Bargmann.

Am Montag begann die Woche für die Drittklässler mit Arbeit – da musste das Zelt aufgebaut werden und alles für die kommenden drei Tage mit Proben und Vorstellungen vorbereitet werden. Vormittags wurde geprobt – Balancieren auf dem Seil, Jonglage, Clownerie oder Tanz mit Tüchern. Erstklässler Jonas probierte sich unter Anleitung von Alexander Quaiser auch als Fakir und stellte sich barfuß auf Glasscherben und wagte dort auch noch einen Sprung. Wohlgemerkt echte Glasscherben. Nichtsdestotrotz lautete Jonas’ Kommentar: „Hat gar nicht wehgetan“. Ihm macht die Projektwoche zwar viel Spaß, später Artist werden möchte er aber doch nicht.

Dass man nicht nur keine Angst vor Glasscherben haben darf, sondern auch nicht vor großen Tieren, bewies eine Mädchengruppe, die sich von Alexander Quaiser einen 2,50 Meter langen Python in die Arme legen ließ. Während die Proben in „Alltagsklamotten“ über die Bühne – oder besser „durch die Manege“ – gehen, werden die kleinen Artisten zur Abendvorstellung natürlich geschminkt und mit entsprechenden Kostümen ausgestattet.

Jeweils drei Klassen proben pro Tag und führen das Ergebnis am Abend auf. Mittwoch waren es die 1b, 3a und 4b. Die klassenübergreifenden Proben sowie die gemeinsamen Vorstellungen fördern das Sozialverhalten, meint Isabel Bargmann. Das sei auch eines der Ziele des Projektzirkus’, neben der Förderung motorischer Fähigkeiten und der Persönlichkeitsbildung. Schulleiterin Gesa Meißner lobte ausdrücklich das Engagement und die Geduld, welche die Artisten gegenüber den Kindern aufbringen. Und: „Auf die erste Vorstellung am Dienstag gab es sehr viele Reaktionen von Kindern, Eltern und Besuchern – ausschließlich Positive“, so Meißner.

Auch in den Unterricht ist in dieser Woche das Thema Zirkus mit eingebunden; egal ob im Kunst-, Deutsch- oder Mathematikunterricht. Eine sicherlich spannende Woche für die Schülerinnen und Schüler. Wer sehen möchte, zu was die Kinder fähig sind: Die letzte Vorstellung gibt es Donnerstag um 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr) im Zirkus Quaiser, Erlenweg (Wiese neben der Sporthalle). Erwachsene zahlen 7 Euro Eintritt, Kinder 3 Euro. Infos unter www.circus-quaiser.de.

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