Vorfreude auf die neue Badestelle

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Barrierefrei, einladend und mit zeitgemäßer Infrastruktur ausgestattet: Dagebüller Klimadeich wird zur Tourismus-Attraktion

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07. Juni 2019, 12:13 Uhr

dagebüll | Schon als Kinder und Jugendliche haben es Heinke Boysen und Kurt Hinrichsen in den 70-er Jahren geliebt, im Sommer vom Dagebüller Deich aus in der Nordsee zu baden. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Doch die Badestelle von damals wird in diesem Sommer ein neues, zeitgemäßes und einladendes Gesicht bekommen. An dieser Aufwertung sind die Vorsitzende des Wirtschafts- und Tourismusausschusses und der Bürgermeister maßgeblich beteiligt.

„Wir freuen uns sehr darauf, Dagebüllern, Gästen aus der Region und Urlaubern eine moderne, barrierefreie Badestelle bieten zu können“, sagt Heinke Boysen. Doch noch bietet sich beim Blick aus den Fenstern des Restaurants im auf dem Deich gelegenen Strandhotel weiter der Blick auf Bagger und Bauarbeiten. Von Badebuden und weiterer Infrastruktur ist noch nichts zu sehen. „Wir warten auf das grüne Licht vom LKN, dann geht es sofort los“, sagt Kurt Hinrichsen. Unter der Regie des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz ist in Dagebüll in den vergangenen Jahren der zweite Klimadeich des Landes entstanden. Das Großprojekt ist bis auf wenige Restarbeiten fertig, der Rasenstrand aber noch nicht freigegeben, da die Grasnarbe noch nicht vollständig zugewachsen ist. Der 17. Juni ist der Tag, den Kurt Hinrichsen als Startschuss für die neue, überregional so beliebte Badestelle anvisiert. Wegen der Deichbauarbeiten durfte in Dagebüll zwei Sommer offiziell nicht gebadet werden. Die Vorfreude darauf und auf das Ende der langen Bauarbeiten sind also groß.

„Doch man darf nicht vergessen, dass die Neugestaltung der Badestelle in diesem Ausmaß nur im Zuge der Deichbauarbeiten möglich war“, sagt Kurt Hinrichsen. Dank dieser Kombination flossen in die touristische Aufwertung auch erhebliche Fördermittel des Landes.

Die Kulisse für die Badestelle steht bereits. Die beleuchtete Deich-Promenade, Sitzbänke und die Baderampe sind fertig. Diese ermöglicht einen barrierefreien Zugang und auch Aus- und Aufgang ins und aus dem Meer. Auch das Befahren der Promenade ist ohne Treppen möglich, barrierefrei gestaltet sich ebenfalls der Weg von der Bahn-Haltestelle am Hafen bis zum Deich. Zudem gibt es behindertengerechte sanitäre Anlagen. In diesem Jahr zunächst in Containern, ab kommenden Jahr in einem Toilettenhaus, das noch in diesem Jahr am Strandparkplatz gebaut werden soll. „Alles in allem ein tolles Paket für Menschen mit Handicap“, sagt Heinke Boysen.

Zwei Service-Buden mit Schließfächern und Umziehmöglichkeiten, ein größeres Gebäude für die Wasserwacht, vier Duschanlagen und zwei Sandkisten für Kinder sollen an verschiedenen Stellen des Deiches zudem möglichst bald aufgebaut werden. „Für Kinder planen wir am Grünstrand noch weitere Angebote“, sagt Heinke Boysen. Landseits des Deiches wurde am Hafen voriges Jahr ein maritimer Erlebnisspielplatz eröffnet.

So schnell wie möglich sollen zudem die für Dagebüll so charakteristischen bunten Badebuden aufgestellt werden. 70 von ihnen – jeweils in Fünfergruppen – kommen in die Nähe der neuen Badestelle, weitere 20 in den hinteren Bereich. Gepachtet sind derzeit alle Buden von Einheimischen. „Wir möchten aber auch Gästen aus der Region und Urlaubern die Chance bieten, mal einen Tag am Meer mit Badebude zu erleben“, sagt die Tourismusfachfrau. Daher wird die Gemeinde zur kommenden Saison drei Buden erwerben und vermieten. Geplant ist auch die Anschaffung von Watt-Rollstühlen. Für diese wäre das Watt in diesem Jahr als Folge der Bauarbeiten noch nicht an allen Stellen ausreichend tragfähig.

Bessere Bedingungen gibt es auch für Hundebesitzer, von denen immer mehr in den zahlreichen Ferienhäusern Urlaub machen. Für Hunde galt bisher an der Badestelle: Betreten verboten! Nun dürfen die Vierbeiner auf der Promenade an der Leine bis zum Hundestrand hinter der Kurve geführt werden. „Dieses Jahr ist es ein Versuch, halten sich die Besitzer an das Leinen-Gebot, könnte dies zu einer dauerhaften Lösung werden“, sagt Kurt Hinrichsen.

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