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16. August 2017 | 22:14 Uhr

Vorfahrt für die Umwelt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Verkehr in Schleswig-Holstein läuft zwar nur zäh – dafür aber nachhaltig

Nanu, wie kommt das denn? Lange Staus auf der A 7 und am Nord-Ostsee-Kanal – doch im gestern veröffentlichten „Bundesländerindex Mobilität“ der Allianz pro Schiene verbessert sich Schleswig-Holstein vom neunten auf den fünften Platz.

Die Erklärung des offensichtlichen Widerspruchs ist einfach: Zum einen misst der aus zahllosen Einzelgrößen zusammengesetzte Index trotz seines Namens weniger die Mobilität des Verkehrs als dessen Umweltfreundlichkeit und Sozialverträglichkeit. Zum anderen sind manche Indikatoren des Vorjahres inzwischen ausgetauscht worden. Die Staukilometer jedes Landes etwa werden diesmal wegen unzureichender Datenbasis gar nicht erst berücksichtigt.

Dass Schleswig-Holstein unterm Strich gut abschneidet, liegt in erster Linie an der Umweltverträglichkeit des Verkehrs im Norden. „Das Land punktet vor allem mit wenig Verkehrslärm und guter Luft“, sagte gestern in Berlin Dirk Flege, Chef der Allianz pro Schiene. Zudem steckten die Kieler Politiker vom Bundesgeld zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse so viel wie in fast keinem anderen Land in umweltfreundliche und nachhaltige Verkehrsträger wie Schiene, Bus, Rad- oder Fußwege – nämlich fast zwei Drittel.


Für Verkehrssicherheit tut das Land zu wenig


Allerdings äußerte Flege auch Kritik an Schleswig-Holsteins Verkehrspolitik. So verbraucht das Land gemessen an seiner Größe so viel Flächen für den Verkehr wie kein anderes. Statt der vorgesehenen 1,4 Hektar pro Tag, die sich aus Bundesvorgaben errechnen, waren es im Norden zuletzt 4,8 Hektar. Die Zahl stammt allerdings aus 2011. Ein schlechtes Zeugnis erhält die Landespolitik außerdem, weil sie zu wenig für die Verkehrssicherheit tut und daher das vom Bund ausgegebene Ziel zu verfehlen droht, die Zahl der Verkehrstoten innerhalb von zehn Jahren um 40 Prozent zu senken. „Es fehlt in Schleswig-Holstein eine zentrale Koordinierungsstelle für die Sicherheitsarbeit“, bemängelte Flege.

Sieger des Länder-Rankings wird Nordrhein-Westfalen. Dort ist der Verkehr besonders sicher, billig und platzsparend organisiert. Auf den nächsten Rängen folgen Berlin, Baden-Württemberg und Bremen. Hamburg wird nur Elfter. Auf dem letzten Platz landet Brandenburg.



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erstellt am 19.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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