Telemedizin in Corona-Krise : Von sieben auf 10.000 Patienten: Videosprechstunden boomen in SH

Die hausärztliche Versorgung der Menschen in Viöl und den umliegenden Dörfern stößt schon lange an ihre Grenzen. Mit dem Gesundheitszentrum sollte sich die Lage bessern.

Die hausärztliche Versorgung der Menschen in Viöl und den umliegenden Dörfern stößt schon lange an ihre Grenzen. Mit dem Gesundheitszentrum sollte sich die Lage bessern.

Ansteckungsangst und lange Wege zum Arzt: Die AOK verzeichnet ein sprunghaften Anstieg bei dem digitalen Angebot.

Margret Kiosz von
13. Juli 2021, 21:55 Uhr

Die Corona-Pandemie hat der Videosprechstunde einen Nachfrage-Boom beschert. Aktuelle Zahlen der AOK Nordwest belegen, dass die digitale Verbindung zwischen Arzt und Patient aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken ist: Allein in Schleswig-Holstein nutzten im vergangenen Jahr knapp 10.000 Versicherte die Möglichkeit der digitalen Kontaktaufnahme mit ihrem Arzt. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es gerade einmal sieben.

Digitalisierung erfährt Schub

AOK-Landeschef Tom Ackermann führt das nicht zuletzt auf die Sorge der Bürger vor einer Covid-Infektion im Wartezimmer zurück. „Durch die Pandemie erfährt die Digitalisierung im Gesundheitswesen einen riesengroßen Schub“, sagt Ackermann. Die Telemedizin sei eine sinnvolle Ergänzung zum persönlichen Kontakt zwischen Patient und Arzt.

Ärzte können Praxisabläufe effizienter organisieren und Ansteckungsrisiken minimieren. Sie haben die Vorteile erkannt: Zwischen März 2020 und Juni 2021 hat sich die Zahl der Videosprechstunden nutzenden Mediziner bundesweit vervierzigfacht.

Lange Wege sparen

Patienten ersparten sich – auch jenseits der aktuellen Pandemie – vor allem im ländlichen Raum lange Wege und Wartezeiten. „Aus einer aktuellen Forsa-Befragung wissen wir, dass sich etwa zwei Drittel der Schleswig-Holsteiner vorstellen können, sich per Videosprechstunde an einen Arzt zu wenden“, sagt Ackermann. Die Werte aus der letzten Befragung in 2019 lagen noch deutlich darunter. Ziel sei, „eine intelligente, qualitativ hochwertige telemedizinische Struktur aufzubauen und mit innovativen, auch digitalen Projekten die Versorgung aktiv mitzugestalten“, so Ackermann.

Zum Thema:

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen