Ausstellung in der Drostei : Von der Geburt bis zum Tod

Arbeiten gemeinsam an der Ausstellung „Morta“: Künstlerin Mioq (rechts) und Drosteileiterin Stefanie Fricke.
Arbeiten gemeinsam an der Ausstellung „Morta“: Künstlerin Mioq (rechts) und Drosteileiterin Stefanie Fricke.

Die Künstlerin Mioq stellt im Kreiskulturzentrum Pinneberger Drostei 14 Installationen aus. Vernissage ist am kommenden Sonntag, 21. Oktober.

shz.de von
19. Oktober 2018, 11:30 Uhr

Pinneberg | Morta: Das ist diejenige, die in Homers Odyssee den Todestag voraussagt. Klingt nicht gerade nach buntem Kunstvergnügen. Dabei soll die gleichnamige Ausstellung in der Drostei den Blick öffnen auf das, was vor dem Tod kommt. Auf Geburt, Leben und den goldenen Herbst des Lebens. Am kommenden Sonntag wird die Schau mit 14 Installationen der Künstlerin Mioq mit einer Vernissage eröffnet (siehe Infokasten).

Mioq, die mit bürgerlichem Namen Marion Inge Otto-Quoos heißt, sagt: „Es ist nicht gruselig, was die Menschen erwartet.“ Es geht um neue Perspektiven auf den Weg von der Geburt bis zum Tod. „Oder vom Tod bis zur Geburt. Wie auch immer man das sehen will“, sagt Mioq. Über den Herbst des Lebens sagt sie: „Die Menschen haben manchmal auch Angst vor der letzten Lebensphase. Das kann verunsichern. Für mich dagegen ist das eine sehr spannende Phase.“ Sie arbeitet in ihren Installationen mit vier Farben. „Schwarz ist tief und magisch. Es steht für das, was wir von uns selbst nicht wissen“, sagt die Konzeptkünstlerin. Gelb stehe für Lebensenergie. Ein Rapsfeld habe sie inspiriert. „Grün entspannt, ist ruhig. Diese Farbe braucht nichts mehr.“ Und Weiß schließlich verkörpere das Reine, das Neue. Jede der 14 Installationen besetzen ihren eigenen Raum. Zusammen fügen sie sich zu einem Gesamtwerk.

Vor etwa fünf Jahren landete der Vorschlag für die Ausstellung zum ersten Mal auf dem Schreibtisch von Stefanie Fricke, künstlerische Leiterin des Kreiskulturzentrums in der Drostei. „Für Konzeptkunst braucht es ein gewisses Vertrauen. Und wir kennen uns inzwischen gut“, sagt Fricke über Mioq. Im Gegensatz zur bildenden Kunst, etwa der Malerei, ließen sich vorher handwerkliche Fertigkeiten kaum beurteilen. „In der Konzeptkunst geht es vor allem um den Gedanken. Sichtbar wird der erst aber erst mit dem erstellen der Installationen“, sagt Fricke. „Und bei Mioq hatte ich das sichere Gefühl: Das klappt.“

Die Schau wird die Besucher auch fordern. Manch einer mag sich beim Anblick einer Station fragen, ob das schon alles gewesen sein soll. Dabei verhält es sich mit dem Werk vielleicht wie mit einem spärlich gefüllten Teller in der Haute Cuisine der Sternerestaurants. „Wir sind die Fülle gewohnt. Aber die Frage ist: Möchte ich satt werden oder möchte ich mich inspirieren lassen?“, sagt Fricke.

Die Installationen sind sichtbar, hörbar, begehbar. „Wenn ich bei den Besuchern eine Reaktion sehe, ein Lächeln, dann denke ich: Bingo“, sagt Mioq über das, was sie anstoßen möchte. Ein neuer Blick auf das Leben ist auch das, was Fricke sich wünscht: „Ich wünsche mir, dass die Betrachter mit einem Gedanken gehen, dass Mioq etwas in Gang gebracht hat.“ Und sie verspricht auch: „Mioq hat Witz. Es darf gelacht werden.“

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