Von der FH Kiel ins Silicon Valley

Die 28-jährige Kielerin Tanja Nündel darf ab August für vier Monate in San Francisco/USA studieren.
Die 28-jährige Kielerin Tanja Nündel darf ab August für vier Monate in San Francisco/USA studieren.

Kieler Informatik-Studentin (28) verbringt ihr 5. Semester in San Francisco/USA und will die Hochschulen besser miteinander vernetzen

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09. Juli 2019, 13:47 Uhr

Kiel | Sie war noch nie außerhalb Europas. Sie hat Amerikanistik studiert, spricht fließend Englisch, und nun wird ihr großer Traum Wirklichkeit: Die 28-jährige Kielerin Tanja Nündel darf ab August für vier Monate in San Francisco/USA studieren. Als zweite Studentin der Fachhochschule (FH) Kiel hat sie einen der begehrten Freiplätze an der University of San Francisco (USF) erhalten. Durch eine Kooperationsvereinbarung der beiden Hochschulen ist die Informatikstudentin von den sonst üblichen Studiengebühren in Höhe von 25.000 Dollar pro Semester befreit, außerdem erhält sie ein DAAD-Stipendium für ihr fünftes Semester im Ausland.

„Das ist eine großartige Chance“, freut sich die 28-Jährige, die gebürtig aus Dessau in Sachsen-Anhalt kommt. „In meinem ersten Studium in Leipzig hat es mit dem Auslandssemester leider nicht geklappt. Ich freue mich, dass es jetzt über die FH Kiel möglich wird und ich das Land endlich kennenlernen kann.“
Am 12. August fliegt die Informatikstudentin nach San Francisco, am 13. bezieht sie ihr Zimmer im Wohnheim und dann geht es los: Vier Monate lang besucht Nündel die von Jesuiten gegründete private Universität, belegt Fächer wie Data Analysis und Programmierparadigmen und arbeitet an IT-Projekten mit.

Sie hat sich viel vorgenommen neben dem wissenschaftlichten Programm. Die „To-Do-Liste“ für den USA-Aufenthalt ist gut gefüllt. Tanja Nündel möchte etwa im berühmten Silicon Valley südlich von San Francisco, der Wiege vieler großer Unternehmen wie Google und Facebook und dem Zentrum der IT-Branche, Kontakte zu Firmen knüpfen. Da sie sich auch zu Hause in Kiel in FH-Gremien wie der Fachschaft engagiert, will die Studentin ebenso daran mitwirken, die beiden Hochschulen auf studentischer und akademischer Ebene besser zu vernetzen. „Es wäre toll, wenn nach mir noch viele weitere Studenten aus Kiel ein solches Auslandssemester in so einer spannenden amerikanischen Stadt wie San Francisco erleben dürften“, sagt sie. Und weist daraufhin, dass es neben den vielen Studienmöglichkeiten im europäischen Ausland, gefördert durch das Erasmus-Programm, auch weltweite Hochschulkooperationen mit Austauschprogrammen gibt. Etwa zwischen der FH Kiel und China oder auch mit Mexiko.

Tanja Nündel war im Februar dieses Jahres durch einen ihrer Professoren auf die Möglichkeit hingewiesen worden, sich um den Freiplatz zu bewerben. Nach der erfolgreichen Bewerbung in Kiel überstand sie auch das Online-Auswahlverfahren der Amerikaner. Positiv vermerkt die 28-jährige schon jetzt, dass in den USA alles sehr professionell organisiert sei und die ausländischen Studenten gut betreut würden. Von Anfang an stünden ihr Koordinatoren und Ansprechpartner zur Seite.

Worauf Tanja Nündel sich schon jetzt freut: die tolle Umgebung San Franciscos und die Natur zu entdecken. Das wirkliche Amerika kennenzulernen. „Der Campus ist in der Nähe des Golden Gate Parks, darauf bin ich sehr gespannt.“ Außerdem plant sie Wanderungen in Nationalparks wie dem Yosemite und freut sich darauf, die Musikszene San Franciscos zu erkunden. Und die Pazifik-Küste? Da winkt Tanja Nündel ab. „Das Meer habe ich ja schon in Kiel.“

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