Spritpreise an den Tankstellen : Vier Preisrunden täglich an deutschen Zapfsäulen

Günstiger Dieselpreis: So muss es nicht bleiben.
Günstiger Dieselpreis: So muss es nicht bleiben.

Die Benzinpreise könnten in nächster Zeit noch weiter steigen. Grund dafür sind Donald Trumps Iran-Sanktionen.

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14. August 2018, 18:49 Uhr

Kiel/Flensburg | Morgens gegen neun Uhr steigen die Spritpreise an den Tankstellen. Bis zum Mittag geben sie zumeist nach. Um 13 Uhr erhöhen die Mineralölgesellschaften erneut. Und nachmittags gegen 15 Uhr noch einmal. Dann gehen die Preise für Superbenzin und Diesel in der Regel wieder nach unten. Bis um 17 und um 19 Uhr die letzten beiden Preisrunden des Tages folgen. In Hamburg, in Itzehoe, in Heide, in Rendsburg, Husum, Kiel oder auch in Flensburg. Überall, wo Zapfsäulen stehen.

Es wird immer schwerer, den günstigsten Zeitpunkt zum Tanken im Verlauf des Tages herauszufinden. Nach Beobachtungen der vergangenen Wochen hat sich herausgestellt, dass zu Tiefstpreisen in der Zeit zwischen 18 und 19 Uhr getankt werden konnte. Also mitten im Feierabendverkehr. Dienstagabend gab es in Itzehoe Diesel für 1,239 Euro und Superbenzin für 1,449 Euro. In Rendsburg und Schleswig kostete der Sprit teilweise fünf bis sechs Cent mehr. Tagsüber lag der Dieselpreis gar über 1,329 Euro – wie in Kiel und Ostholstein.

Die stabile Preissituation spitzt sich weiter zu und hängt mit den US-Sanktionen gegen den Iran zusammen. Wobei auch Donald Trump auf dem Weltmarkt mit seinen Launen eine nicht unerhebliche Rolle spielt. „Weltpolitik an der Tankstelle“, titelte die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom Dienstag.

Seit Jahresbeginn ist der Ölpreis um rund 40 Prozent gestiegen und es wird in nächster Zeit wohl weiter nach oben gehen, sollte die derzeitige politische Lage anhalten. Selbst große Förderländer wie Saudi-Arabien und Russland könnten einen Ausfall des Iran kaum ausgleichen. Derzeit fahren die Amerikaner ihre Förderung hoch. Was aber nicht reicht, um den Weltmarkt groß zu beeinflussen.

„Senkt die Preise jetzt!“, forderte der US-Präsident vor wenigen Tagen die Opec-Mitgliedsländer auf. Der Tweet ist nicht die erste öffentliche Aufforderung Trumps an die Opec, etwas gegen das aus seiner Sicht überhöhte Ölpreisniveau zu tun. Das Kartell hat zugesagt, seine Produktion zusammen mit anderen Förderländern anzuheben. Fachleute weisen aber darauf hin, dass die avisierte Anhebung von einer Million Barrel möglicherweise nicht ausreicht, um Förderausfälle in anderen Ländern auszugleichen. Und sollte der Iran seine Drohung wahr machen und die Straße von Hormus blockieren, immer noch die wichtigste Meerenge für den Öltransport auf See, werden die Tankstellen zu Apotheken, wie es in der Branche heißt.

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