Strecken nach Kiel und Flensburg : Verspätungen bei der Bahn – Strafen auf weiteren Strecken?

Die Deutsche Bahn muss für Verspätungen auf der Marschbahn im Juni eine geringere Strafe zahlen.

Die Deutsche Bahn muss für Verspätungen auf der Marschbahn im Juni eine geringere Strafe zahlen.

Verkehrsminister Bernd Buchholz senkt die Maluszahlungen für die Marschbahn. Jetzt rücken andere Strecken in den Fokus.

Kay Müller von
05. Juli 2018, 06:20 Uhr

Kiel | Der Streit zwischen Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) und der Deutschen Bahn (DB) wegen der Unpünktlichkeit auf der Marschbahn geht in die nächste Runde – und erhält einen neuen Aspekt. Dem Verkehrsminister machen auch die Verspätungen auf den Strecken Hamburg-Kiel und Hamburg-Flensburg Sorgen. Dort kamen im ersten Halbjahr 2018 im Schnitt höchstens drei von vier Zügen pünktlich. Strafen schließt Buchholz nicht aus, allerdings nur, „wenn die Pünktlichkeit eklatant sinken sollte“. Pendler bekämen bei Verspätungen Entschädigungen auf Einzelfahrscheine. „Außerdem können sie hier im Gegensatz zur Marschbahn auf andere Verkehrsmittel ausweichen.“

Buchholz hatte in den vergangenen Monaten Strafzahlungen verhängt, zuerst 250.000 Euro, zuletzt 500.000 Euro, weil die Zahl der Zugausfälle auf der Marschbahn-Strecke zugenommen hatte.

Für mangelnde Pünktlichkeit auf der Marschbahn zwischen Hamburg und Sylt brummt Buchholz der DB jedoch erneut eine Strafe auf. „Allerdings habe ich mich entschlossen, die Sondermaluszahlung von 500.000 auf 350.000 Euro zu reduzieren“, sagt Buchholz, der mit dem Geld wie in den Vormonaten Pendler entschädigen und den Rest in die Strecke investieren will. Grund für die Reduzierung sei die im Vergleich zum Mai gesunkene Zahl von Zugausfällen: Im Mai waren es 6,5 Prozent, im Juni drei. Das entspricht dem Schnitt für das gesamte Jahr 2018.

Die von der DB vertraglich zugesicherte Pünktlichkeit liegt bei 93 Prozent, im Schnitt erreichte sie im ersten Halbjahr 2018 allerdings nur 70,4. „Das ist immer noch unzureichend, aber man muss anerkennen, dass die Bahn im Mai besser geworden ist. Und wer besser wird, muss weniger Strafe zahlen, das finde ich nur fair“, sagt Buchholz. Die Pendlerinitiative hatte gefordert, die Strafen zu erhöhen, um den Druck auf die DB hoch zu halten.

Für die Marschbahn will die DB am 12. Juli einen Masterplan vorstellen. Dabei könnten laut Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) für die nächsten Jahre geplante Investitionen von rund 100 Millionen Euro vorgezogen werden. „Meine Hoffnung ist, dass Sanierungen, die für die nächsten fünf Jahre geplant sind, schon in den nächsten zwei Jahren kommen“, sagt Buchholz.

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