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Vermummte greifen Polizisten an – Rache für Krawallnacht?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2013 | 00:31 Uhr

War es die Rache der linken Szene für das Vorgehen der Polizei bei der „Rote-Flora“-Demo vor einer guten Woche? In der Nacht zu gestern hat eine Gruppe von 30 bis 40 Unbekannten auf St. Pauli drei Polizisten brutal angegriffen und schwer verletzt. Polizeisprecherin Karina Sadowsky: „Ein Polizeibeamter erlitt einen Kiefer- und Nasenbruch sowie eine Gesichtsschnittverletzung, als ihm einer der Täter aus nächster Nähe einen Stein ins Gesicht schlug.“ Einer Polizistin (48) wurde Pfefferspray in die Augen gesprüht, ein 49 Jahre alter Kollege erlitt durch einen Steinwurf ein Bauchhämatom.

Nach Angaben der Polizei hatte die Gruppe der teils mit St. Pauli-Schals vermummten Angreifer am Sonnabend gegen 23 Uhr vor der Davidwache zunächst Parolen gegrölt, unter anderem: „St.Pauli – Scheißbullen – Habt Ihr immer noch nicht genug?“ Die Beamten verließen die Wache ohne Schutzausrüstung, um nach dem Rechten zu sehen. Sie seien aus der Gruppe der Vermummten und dunkel gekleideten Personen heraus sofort mit Steinen und Flaschen beworfen worden.

Schließlich konnte die Polizei die Angreifer vertreiben, die auf ihrem Rückzug immer wieder Böller zündeten. Acht Personen machte die Beamten dingfest, stellten deren Personalien fest und erteilten Platzverweise. Konkrete Tatverdächtige wurden indes bislang nicht ermittelt, Festnahmen gab es keine. Erst gegen 1 Uhr hatte sich die Lage auf dem Kiez beruhigt.

Die Landeskriminalamt und die Innenbehörde werten die offenbar geplante Attacke als Reaktion links-autonomer Gewalttäter auf die Auseinandersetzungen bei der Flora-Demonstration am Wochenende zuvor. Anwälte der linken Demoveranstalter werfen der Polizei vor, die schweren Krawallen mit insgesamt mehr als 600 Verletzten bewusst provoziert zu haben.

Polizeipräsident Wolfgang Kopitsch reagierte entsetzt auf den aktuellen Überfall auf seine Beamten. „Derart zielgerichtete und massive Übergriffe auf Polizeibeamte sind unerträglich. Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele ist völlig ungeeignet und kontraproduktiv.“ Der Vize-Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Klemens Burzlaff, sagte: „Es ist unfassbar mit welcher Brutalität diese Straftäter gegen unsere Kolleginnen und Kollegen vorgegangen sind. Wer aus kürzester Distanz Flaschen und Steine auf Polizisten wirft, nimmt billigend in Kauf, dass Menschen getötet werden.“ Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Gerhard Kirsch, sprach von einer „brutalen Attacke auf Kolleginnen und Kollegen“.

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